Author Archives: Bene

Tag 6 – 28.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

heute regnet es. Wie aus Eimern. Wie hieß es in den letzten Jahren?! 52 Liter pro Quadratmeter? Mindestens…

Am Vormittag machen sich alle Gruppen auf nach Nes. Ja, richtig. ALLE Gruppen. Das habe ich in all den Jahren auch noch nie erlebt – ein Ausflug nach Nes mit dem gesamten Lager. Nur die Gruppe 6 war konnte nicht dabei ein – Sie hatten BVD und haben für uns den Hof auf Vordermann gebracht.

Warum ging es nach Nes? Naja, dort kann man neben Postkarten auch im größten Supermarkt der Insel so einige tolle Sachen einkaufen und sein Taschengeld auf den Kopf hauen. Und die Geschäfte und Cafés bieten natürlich guten Schutz vor dem Regen. Nachdem sich Miri PB eine Regenhose gekauft hatte sorgte sie zusammen mit Gabriel und einigen Teilnehmern für Stimmung. „Im singing in the rain“ wird gesungen und getanzt. Dies erntet auch von den anderen Café-Besuchern Applaus. Der Regentanz hat geholfen, der Rückweg aus Nes ist zum Glück einigermaßen trocken.

Während des Mittagessens (Hühnerfrikassee mit Reis) beginnt der heftige Platzregen dann erneut. Das führte dazu, dass im kleinen Esssaal von den Gruppen 1 und 2 der Hit „durch den Monsun“ angestimmt wird. Da der große Esssaal dies nicht gehört hat kommt kurzerhand die Idee: Nach dem Ende des Essens ziehen die beiden ältesten Gruppen mit der oben genannten Hymne durch den Regen in den großen Esssaal ein und singen in Dauerschleife. Im wahrsten Sinne des Wortes wird eine Polonaise-Kette in der Mitte des Saals gemacht und gesungen. Dann stimmen die beiden Gruppen die Lucie-Rufe an den Tischen der jüngeren Gruppen mit an. Die 7 Lucies wurden so laut gefeiert wie noch nie in diesem Jahr –sogar Foppe, der von dem Klopfen und Klatschen angelockt wurde, streckte kurz den Kopf durch die Tür, um zu schauen was da bei uns los ist.

Für das Nachmittagsprogramm rüsten sich alle mit Regenjacken, Regenhosen und Gummistiefeln aus, obwohl es kurz mal trocken ist. Diese Vorbereitungen sollten sich aber noch bezahlt machen. Ab etwa 17:20 Uhr kommt noch einmal alles vom Himmel herunter was geht. Der Platzregen lässt eine Lichterkette über dem Hof abstürzen; ein Leck in der Regenrinne sorgt für eine kleine Überschwemmung im Schlafsaal der großen Jungs, der liebevoll Muff-Kabuff genannt wird. Ausnahmslos sind wir alle bis auf die Knochen nass. Selbst die besten Regenjacken und brandneuen Regenhosen, die morgens noch in Nes erstanden wurden, können zum Teil nichts mehr gegen die Ameländer Himmelsdusche ausrichten. Einige ganz mutige Jungs nutzen den Regen tatsächlich als Dusche und haben ihren Spaß. Das muss man wirklich positiv hervorheben – obwohl alle regennass und triefend aus dem Gruppenprogramm zurückkommen tut dies der guten Laune keinen Abbruch. Überall sieht man lachende Gesichter und gesungen wird auch.

Die IPs finden abends dann im Esssaal statt. Speed-Stacking (Becherstapeln auf Zeit), Postkarten basteln, Mandalas malen, Freundschaftsbändchen knüpfen und Gesellschaftsspiele.

Am Abend ist es zur Abendrunde trocken, so dass diese wieder draußen auf dem Hof stattfinden kann. Etwas Gutes haben die Wolken: Es ist um 22 Uhr schon etwas dunkler und so kommen die Lichtkreationen der Mitte und die bunte Lichterkette auf dem Hof heute mal richtig zur Geltung (zumindest der Teil der Lichterkette, der nicht dem Regen zum Opfer gefallen war). Theresa erzählt von der großen grünen Meeresschildkröte, die die Kraft der Wellen für sich nutzt um möglichste effizient zu schwimmen. Passend dazu wird das Lied „Strandgut“ gesungen – ein wundervoller Abschluss des Tages.

Tag 5 – 27.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

auch heute wieder Sonnenschein. Juhu!

Die Morgenrunde wird von den drei ??? unterbrochen. Da auf dem Hof einige Sachen entwendet wurden, hat Schorse sie um Hilfe gebeten. Die Verantwortlichen waren auch schnell gefunden. Die Rockerbande „El Bäros“, die auf Ameland momentan ihr Unwesen treibt. Allerdings sind nicht alle Rocker krimineller Natur und nun lag es an den Teilnehmern die Schuldigen unter den Rockern herauszufinden. Dazu wurden die Teilnehmer in „Familien“ aufgeteilt. Das bedeutet, dass kleinere und größere Kinder  in gemischten Gruppen den Tag zusammen verbringen. Zum Teil mit dem Fahrrad, zum Teil zu Fuß wurden Orte wie die Spielwiese, der Deich oder der Neser See besucht. Die Fietspad Füchse, Hollumer Hilfssheriffs, Ameländer Aufdeckern, … bekamen an den verschiedenen Stationen nach erfolgreich absolvierten Spielen Hinweise auf ihren jeweiligen schuldigen Rocker. Vera und Morten haben sich für die aufwendige Vorbereitung  der Hinweise, mit großer Liebe zum Detail, ein ganz besonders großes Lob verdient.

In einer Gegenüberstellung wurden schließlich schuldige Rocker mit Namen wie B. Sofsky, Tiefgaragen Thorsten, Walze und Witta Mean nach eindeutiger Beweislage identifiziert und fachkundig von der zivilen Polizei, Schorse, abgeführt und eingebuchtet. Den fleißigen Helfern wurde mit Lollies gedankt und am Abend gab es zur Stärkung für alle „halbe Kollegen“ – Schnitzel mit Kartoffeln. Nach der Rallye waren natürlich alle hungrig und die Töpfe der Lucies wurden wieder einmal ratzekahl aufgegessen.

In der Raucherecke gab es am Abend wieder Musik, dieses Mal als IP von Gabriel und Janek, mit Gitarren und anderen Akustik-Instrumenten. Wenn ich richtig gehört habe, ist auch wieder Laudato Si dabeigewesen. Ich sag’s ja, ein Stimmungsgarant!

Am Abend wurde unsere Mitte in einer schönen Abendrunde von Stefan und Daniel noch erweitert. klang an und eine große Lampe wird als Sonne von nun an über unserem Geschichtenbuch hängen. An den Seiten, die von Miri gestalteten Figuren einer Sonnentänzerin und eines Schattenspringers. Sieht richtig schön aus.

Nachdem am Abend unser letztes fehlendes Leiterrundenmitglied, Wencke, mit der letzten Fähre angereiste, ist nun unsere Leiterrunde komplett und die letzte der 8 Neuleiter*innen auf dem Hof angekommen. Ob das wohl Konsequenzen für die Aktivitäten der Leiterrunde nach Beginn der Nachtruhe haben wird?!

 

Tag 4 – 26.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

die Sonne scheint! Was für eine willkommene Abwechslung! Somit heißt für viele Gruppen, ab an den Strand. Wer weiß, wie oft wir dieses Jahr dieses Wetter genießen können! Gruppe 2 und Morten sind sogar so mutig und stürzen sich in die Fluten der Nordsee, trotz des doch manchmal aufkommenden Windes.

Andere spielen am Wald Spielplatz spielen Gruppe 9 und 8 das actionreiche Spiel „capture the flag“, im Kreise der kleinsten meist „Ketchupfleck“ genannt.

Am Mittag gibt es Nudeln mit Käsesoße und endlich das lang ersehnte Vla – wie immer ganz besonders lecker.

In der Freiphase kann man Mandalas malen und Stadt, Land, Fluss spielen, der neu abgesteckte Fußballplatz wird auch munter bespielt und überhaupt sind viele draußen in der Sonne unterwegs.

Mit den roten Tellerschlitten macht sich Gruppe 7 auf den Weg zu den „Sprungdünen“ eine etwas abgelegener Dünenabschnitt mit hohen Dünen, die sich hervorragend zum Schlittenfahren eignen.

Auch am Abend gibt es einige Interessenprogramme – Flo übt sich mit einigen Teilnehmern in Entspannung und Meditation. Kreativ kann man sich mit Helena und Anne ausleben – mit Luftschlangen hat es etwas zu tun, aber mehr möchte ich nicht verraten. Ich habe gehört einige Mamas sollen nach unserer Abreise mit den Basteleien beschenkt werden.

In der Raucherecke erlebt das Lied „Laudato Si“ eine ganz neue Blützezeit und mutiert zum richtigen Stimmungshit und lockt neben Mitsängern auch Beobachter und Zuhörer in die Raucherecke.

Morten verzauberte uns mit einer schönen und stimmungsvollen Abendrunde zum Thema Kerzenschein. Wir sollen uns nicht aufsparen sondern immer neu von Ideen und Menschen entzünden lassen und unsere Potentiale nutzen.

Nach der Nachtruhe der Teilnehmer sind die Leiter noch einige Zeit länger in Aufruhr. Ob sich wohl morgen eine größere Aktion abspielen wird, für die es noch etwas zu tun gibt?!…

Tag 3 – 25.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

Nachdem Stefan und Martin mit der Gruppe 1 gestern die Boxen in den Schlafsälen aufgehängt haben konnten die Teilnehmer heute mit Musik geweckt werden. Zur Morgenrunde wurde das Geburtstagskind Laurenz besungen, als es mal wieder relativ stark zu regnen begann. Kurzerhand wurde die 3. Strophe in den Esssaal verlagert. Auch Janek’s Lieblingsmorgenrunde, der Tanz „Story of my Pony“, wurde spontan an den Tischen getanzt.

Gruppe 1 schnappte sich ihren Bollerwagen und holt ihren Wüstentag heute nach. Ich habe gehört der Weg zum Ostende soll eingeschlagen werden.

Das traditionelle Sonntagsessen – Knödel mit Sahnegeschnetzeltem – erfreut Mittags die Gesichter an den Gruppentischen. Alle knapp 300 Knödel wurden von den Lucies mit der Hand selbst gerollt. Unter der fleißigen Hilfe des BVD –  heute die Gruppe 7.

Am Mittag wurde das erste Interessenprogramm, kurz IP angeboten. Christopher hat Schachbretter aus Hameln mitgebracht und erklärte vielen interessierten Teilnehmern wie sie Schachspielen lernen, oder ihre Strategie verbessern können.  Zeitgleich wurde auch die hofeigene Bank das erste Mal geöffnet. Bene hat das Karteikartensystem in diesem Jahr in eine digitale Form gebracht – auch wir sind also top aktuell.

Nachmittags nutzen einige Gruppen das erste Mal die Fahrräder um ins Gruppenprogramm zu starten.

Am Abend finden viele weitere interessante IPs statt. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, woran ich zu erst teilnehmen wollte. Stefan erklärte auf dem Sportplatz das Spiel „Spikeball“. Ich würde sagen es ist eine Mischung aus Tischtennis und Volleyball, man spielt in 2er Teams gegeneinander. Nach kurzem Üben wurden schon die ersten taktischen Manöver eingeübt. Klappt schon ganz gut! Und macht ziemlich viel Spaß.

Währenddessen konnte man außerdem kreativ mit Meggy Tagebücher gestalten und mit Jonas handwerklich ein Holzspiel herstellen.

Auch der Kiosk hatte das erste Mal geöffnet. Der Ansturm war riesig. Das Geld, dass mittags in der Bank abgehoben wurde, will natürlich direkt wieder gut investiert werden. Schließlich hat am Sonntag auch der Supermarkt gegenüber nicht auf. Aber an die Sonderangebote, die Janek und Johanna unter dem gelb/weißen Kioskdach aufgebaut haben, kommt der sowieso nicht dran. Entsprechend war die Schlange schon lang, bevor überhaupt die erste Ware auf dem Tisch stand.

DAS Highlight des Tages folgte schließlich in der Abendrunde. Die diesjährige Mitte wurde eingeführt. Der Opa Jonas erzählte seiner Enkelin Miriam seine Lieblingsgeschichte vom Frosch (Janek), einem Schattenspringer und dem Schmetterling (Johanna), einer Sonnentänzerin. Bunt verkleidet untermalten die beiden exzellenten Darsteller die vorgelesene Geschichte mit Schauspiel und Tanz. Jeder, der die Beiden kennt, wird sich vorstellen können, warum das mein Highlight war!
Ein großes Buch überreichte der Opa nach dem Ende seiner Lieblingsgeschichte seiner Enkelin. Dies soll sie von nun an mit ihren eigenen Geschichten füllen. Und alle Kinder auf dem Hof sollen dabei helfen! Ich denke, die weiteren Tage werden noch so einige Geschichten bereithalten, so dass uns das Füllen der Seiten nicht schwer fallen wird!

 

Tag 2 – 24.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

der erste ganze Tag auf Ameland beginnt für einige schon recht früh. Schon vor dem offiziellen Wecken um 7:45 Uhr sind neben den Lucies, die fleißig das Frühstück vorbereiten, auch schon in den Waschräumen die ersten Frühaufsteher unterwegs. Ich gehe ja stark davon aus, dass sich das in den nächsten Tagen ändern wird…

Beim Frühstück werden Lunchpakete geschmiert, denn der 1. Tag auf der Insel ist für die Gruppen 2-9 traditionell „Wüstentag“. Die Gruppen verlassen um 10:00 Uhr den Hof und verbringen den ganzen Tag zusammen um sich kennen zu lernen und die Insel zu erkunden. Das hat natürlich auch rein praktische Gründe. Die Gruppe 1, Springer und Freizeitleitung sind in dieser Zeit damit beschäftigt, den Hof aufzubauen, Material zu sortieren und organisieren, Lichterketten aufzuhängen, Sitzgelegenheiten herzurichten, und und und. Sogar die Fahrräder sind am Abend bereits auf den Hof eingezogen und können ab morgen mit der hofeigenen „Checkkarte“ ausgeliehen werden.

In der Zwischenzeit wird mir berichtet, dass auf der ganzen Insel verteilt in den Gruppen Spiele wie der „Gordische Knoten“, „Lappen Schnappen“, „Kontakto“ und viele andere das erste Mal ausprobiert wurden. Flo und Christopher verließen den Hof sogar verkleidet – eine Geschichte über die Reise in andere Kulturen begleitet die Gruppe 8 durch ihren Tag.

Zurück auf dem Hof sehe Ich doch tatsächlich ein paar erste rötlich leuchtende Gesichter. Obwohl der Nieselregen sich auch heute durch den Tag zog gab es Mittags, zur Freude von allen, ein paar sonnige Momente! Die Inselsonne darf man nicht unterschätzen und neben der Regenjacke sollte auch die Sonnencreme immer griffbereit im Rucksack sein.

Abends gibt es Nudeln mit Stroganoff – der ameländer Name für Bolognese Sauce. Nach dem langen Tag haben alle viel Hunger und die 7 Lucies werden nach dem Essen mit frenetischem Applaus gefeiert! Zum Nachtisch gibt es Eis. Es hat allen sehr gut geschmeckt.

In der ersten Freiphase sehe ich den einen oder die andere dennoch mit einem Softeis oder der beliebten Portion Presspommes von „Fettfinger“ – dem liebevollen Spitznamen für die Snackbar gegenüber vom Hof.

Da es nun schon wieder nieselt und regnet ist die Raucherecke an diesem Abend ein beliebter Aufenthaltsort. Dort schützt das Dach vor dem Regen und Gitarrenklänge und Gesang schallen über den Hof. Von „1000 und einer Nacht“ über „Im Wagen vor mir“ bis zur „Vogelhochzeit“ ist schon am ersten Abend alles dabei.

Auch in der Garage, dem Aufenthaltsort für die Teilnehmer, können ab jetzt Gesellschaftsspiele, Bälle und Bastelutensilien genutzt werden. Hier ist man auch gut gegen den wieder einsetzenden Nieselregen geschützt.

Viele trotzen aber auch dem Regen. Die Regenjacke ist bisher das wichtigste Kleidungsstück. Rundlauf an der Tischtennisplatte ist an diesem Abend ganz hoch im Kurs. Die Platte wird kurzerhand mit einem Abzieher von Wasser befreit, der sonst für die Reinigung der Duschen vorgesehen ist.

Der Abend endet mit einer Abendrunde auf dem Hof – kurz vorher kommt nochmal ein doller Schauer runter und pünktlich zur Abendrunde ist es trocken.

Danach ist Bettruhe für die Gruppen 9-3. Im Schlafsaal lesen Theresa und Helena bei den Mädchen und Sunshine und Morten bei den Jungs Harry Potter zum Einschlafen vor. Die Gruppen 1 und 2 dürfen noch etwas länger wach bleiben und machen sich um kurz vor 12 leise auf den Weg in ihre Betten. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.

Tag 1 – 23.06.2017

Hallo liebe Daheimgebliebenen,

herzlich Willkommen in unserem Ameland Tagebuch 2017.

Starten möchte ich, der Ordnung halber, mit dem Bericht unseres gestrigen Reisetages.

Nachdem wir auf unserer Busreise von Staus verschont geblieben sind bekamen wir die Nordsee um 14 Uhr das erste Mal hinter dem Deich zu sehen. So konnten wir die Fähre bereits um 14:30 Uhr nehmen. Wir waren allerdings nicht das einzige Lager, dass wieder auf die schöne Insel übersetzen wollte – So voll habe ich die Fähre in all den Jahren noch nie erlebt!
Den Tag über wurden wir von Nieselregen begleitet. Auch als wir unseren gemeinsamen Fußweg zum Hof  angetreten habenbekamen wir den frischen Nordsee Wind und den ein oder anderen Tropfen von oben zu spüren .

In Buren angekommen, sind es nur noch zwei Ecken, um die wir biegen müssen, dann sieht man ihn schon. Das erste Mal überhaupt oder das erste Mal seit langer Zeit betreten wir wieder dem Hof Dunizicht. Im Mädchen- und im Jungenschlafsaal geht es dann direkt um die wirklich wichtigen Fragen: Ist mein Koffer da? Welches ist mein Schlafsack? Und wer schläft im Hochbett oben und wer unten? „Wollen wir uns unten ein Höhle bauen?“ höre ich im Mädchenschlafsaal die ersten Pläne, die geschmiedet werden. Nachdem alle Betten bezogen und der Hof, Sportplatz, Garage und Raucherecke erkundet sind ist es auch schon Zeit für die erste gemeinsame Mahlzeit im großen Esssaal. Dort werden die Lucies, unsere Kochfrauen und -männer, unter großem Applaus vorgestellt.

Abends ist noch Zeit das erste Mal den Ort Buren zu erkunden. Die einzelnen Gruppen machen, ausgestattet mit Regenjacken und natürlich festem Schuhwerk, eine erste Sightseeingtour. Obwohl der Ort nicht besonders groß ist gibt es schon einige Orte zu sehen. Die Robben, die Statue der Rixt, den kleinen Spielplatz, den Basketballkorb…

Um 21:45 Uhr  treffen wir uns wieder auf dem Hof, stellen uns das erste Mal in der großen Runde zusammen und Stefan geleitet uns durch die erste Abendrunde im Amelandjahr 2017. Ameland soll wissen, dass wir wieder da sind und deshalb werden alle Gruppen nacheinander in unsere Mitte gerufen und mit tosendem Applaus begrüßt. „Über den Wolken“ wird zum Abschluss des Tages gesungen – ein Amelandklassiker. Einige Gruppenleiter erzählen mir später, dass sie in diesem Moment wieder richtig auf Ameland angekommen sind.

Um das erste Mal Ruhe in den Schlafsaal zu bekommen, sind alle Gruppenleiter noch für einige Zeit in den Schlafsälen unterwegs. Dann folgt für uns die erste Leiterrunde im Bungalow. Einige Neuleiter durften ja heute diese „heiligen Hallen“ das erste Mal mit eigenen Augen sehen. Ein langer Tag geht zu Ende und die Spannung steigt. Was wohl die nächsten Tage mit sich bringen werden?

Tag 17 – 10.07.

Guten Abend allerseits!

Ein wundeschöner Abschlusstag neigt sich dem Ende entgegen. Die Morgenrunde startete mit einem Singspiel „der Fischetanz“ und unsere Tagebuchautorin Anna wurde  mit tosendem Applaus verabschiedet- daher müsst ihr heute mit einem Eintrag von mir Vorlieb nehmen.

Nach dem Frühstück ging es für die Hälfte der Gruppen schon mit Kofferpacken und Duschen los, während die anderen Gruppen sich ins Gruppenprogramm aufmachten und die erste Schicht nach 1 1/2 auf dem Hof ablösten. Im Luafe des Vormittags wurde auch die Beladung des LKWs mit den Materialien und Koffern gestartet und pünktlich nach dem Mittagessen- es gab Käsespätzle und Himbeerquark- abgeschlossen.

Während einige Gruppenleiter noch den Bungalow und andere Dinge auf dem Hof in Ordnung gebracht haben, machten sich alle Gruppen nochmal auf den Weg ins Gruppenprogramm und sollten sich um 17:20 am Burener Strandaufgang treffen.
Die Stimmung und das Wetter waren sehr gut und viele rechneten schon mit einer Leuchtturmwanderung. Als jedoch die beiden Trecker mit Anhängern den Strandaufgang hochgefahren kamen, gab es großen Applauf und viel Freude für die bevorstehende Treckerfahrt in Richtung Westende- zum Leuchtturm.

Mit ordentlich Gegenwind, Sonne, Wolken und 2 Minuten Regen inklusive kurzem Treckerausfall auf der Hälfte der Strecke, wurde der Leuchtturm relativ pünkltich erreicht und der Milchreis und die Brote die von den Lucies vorbereitet wurden, waren natürlich wie immer ein Highlight.

Leider mussten wir uns dann nach einer halben Stunde wieder auf den Weg zurück zu den Treckern machen und dann ging es wieder in RIchtung Strandaufgang Buren. Von dort machten sich die Kinder dann per Fußmarsch auf den Weg zum Hof und wurden mit der traditionellen Abschlussdisco begrüßt. Schnell in Schale geworfen und etwas Schmike aufgetragen, füllte sich die Tanzfläche in kurzer Zeit. Neben toller Musik durch DJ Butterfly (Stefan) und MC Mortek (Morten) wurde auch der Amelandsong 2016 gewählt.

Nach einer entspannenden Traumreise im Esssaal bei der die Eindrücke der letzten 16 Tage nochmal durch alle Köpfe gingen und alle schönen Momente, die neuen Freundschaften und die Gemeinschaft in allen Gesichtern erkennbar waren, ging es dann ins Bett.

Nun denn – vielen Dank für dieses schöne Amelandjahr und bis zum Wiedersehen

 

Tag 16 – 09-.07.2016

Es ist 21.35 Uhr Ortszeit und Mädchenschlafsaal, Esssaal und Hof sehen schon wieder aus wie immer. Die Lautstärke draußen verrät mir allerdings, dass der ein oder andere doch noch ziemlich aufgekratzt ist…Kein Wunder, denn bis vor einer Stunde war etwa der Mädchenschlafsaal  noch die Kulisse unseres Festivals. Aber der Reihe nach:

Während die Gruppen am Vormittag ganz normal den Hof verlassen, um ein vorletztes Mal ihre Beiträge einzustudieren, wird im Bungalowbereich noch gebastelt, geplant, umgeschrieben, ausprobiert und vorsorglich schon einmal geflucht und gejubelt. Nach dem Mittagessen machen sich die Gruppen um 14.00 Uhr abermals vom Acker um ihre Generalproben zu absolvieren. Ab 14.45 steht der F3- Hof als Großgarderobe zur Verfügung. Die Kostümkisten werden geplündert und alles, was ansatzweise als Schminke durchgehen könnte, wird sich in Gesicht und Haare geschmiert. Die Abtönfarben haben wir vorsorglich schon gestern in Sicherheit gebracht…

Um 15.45 Uhr bittet der Butler dann die Ghostbusters und die Teilnehmer ins geerbte Schloss des Herrn Schwenkowsky und die Show beginnt. Die einzelnen Beiträge, Showacts, Tanzeinlagen, Jonglagekunststücke, Zeitreisen, Beatboxvorstellungen usw. lasst euch bitte von den Heimkehrern selbst erzählen. Das Berichtsrecht sollte doch bei denen bleiben, die so hervorragend geübt, einstudiert und trainiert haben. Allerdings kann ich noch vom alljährlichen Glanzstück der Lucies berichten. Denn am Festivaltag geben sie noch einmal alles; Bamischiffchen, Sandwiches, Hot Dogs, Vla, Poffertjes, gefüllte Eier, Chicken Nuggets, Frühlingsrollen- ein Bruchteil dessen, was wir heute im Esssaal präsentiert bekommen haben! Und gleich heißt es zum vorletzten Mal sammeln zur Abendrunde und ich darf vorwegnehmen, dass Franzi mit uns wohl ein paar klassische Amelandlieder singen wird. Und da ich morgen schonvorzeitig den Heimweg antreten werde, muss ich nun schleunigst auf den Hof, um meine letzte Abendrunde nicht zu verpassen!

Ich bedanke mich für euer Interesse am Tagebuch und freue mich, wenn das Lesen Spaß gemacht hat und ich euch das Ameland- Feeling vielleicht ein wenig näher bringen konnte!

Herzliche Grüße, Anna

Tag 15 – 08.07.2016

Heute sind die Ereignisse eher überschaubar. Alles steht im Zeichen der Festivalvorbereitung! Die Tagesaufgabe für diejenigen, die während des Gruppenprogramms auf dem Hof bleiben, besteht darin, sich in wiederholtem Auf- und Abhängen die Strandklamotten zu üben. Alle Viertelstunde rennt also irgendjemand über den Hof in Richtung Wäscheleine. Wenn man selbst gerade nicht am Laufen ist, sondern rechtzeitig zusammen mit einem Kaffee in Deckung geht, ist es doch ein recht amüsanter Anblick. Durch die rasanten Wetterumschwünge hat die Snackbar heute Hochkonjunktur, denn gleich vier Gruppen haben den weiten Weg nach Gegenüber und ins stetige Trockene auf sich genommen, um ihren Beitrag zu planen.

Mittags gibt es erneut fliegende Fische mit Apfel- Möhrensalat und Kartoffelbrei und kein Fisch findet den Weg zurück in die Küche. Zu Gast an diesem Mittag ist die F3, die mit 17 Personen ebenfalls im Esssaal Platz nimmt. Die dadurch entstehenden Laufschneisen sind für die Austeilenden eine wahre Herausforderung. Chapeau, dass kein Teilnehmer ein Messer ins Auge oder Möhrensalat ins Haar bekommt oder wir nicht mit 20 Tellern weniger nach Hause fahren. In der Abendrunde werden Komplimente verteilt, was das Zeug hält und ich hoffe sehr, dass heute jedes Kind und jeder Jugendliche ein bisschen stolz auf sich ist und ein kleines Stücken größer in Richtung Schlafsaal wandert…

Tag 14 – 07.07.2016

Soviel zur Prioritätensetzung- nach dem dritten Kaffee geht’s dann! Die Sonne strahlt und bis auf ein paar Wolkenschlieren bleibt es auch bei angenehmen 20 Grad. Und da wir uns mit erschreckender Geschwindigkeit dem Ende unserer Freizeit nähern, werden alle Pläne für den Nachmittag über den Haufen geworfen und ein universeller Strandgang verordnet.

Nach dem Abendessen besuchen die Ghostbusters erneut den Esssaal und werden jetzt wohl doch ihren langersehnten Renteneinstieg zugunsten von Herrn Schwenkowsky und seinen Filmrechten nach hinten verschieben. Denn durch eine Verkettung unglücklicher Umstände haben sich diverse Gruselgestalten- und Gespenster in die Klassiker der Filmgeschichte eingeschlichen. Und mal im Ernst; keiner wird sich Dirty Dancing noch anschauen, wenn plötzlich Dracula plötzlich von Wassermelonen spricht und im weißen Kleid vor Patrick steht. Demensprechend ist das Anliegen von Herrn Schwenkowsky auch für die Ghostbusters nachvollziehbar. Doch allein werden die älteren Herrschaften auf keinen Fall bis Samstag neun Filme von den ungebetenen Gästen befreien können, so sind unsere Gruppen einmal mehr dazu aufgefordert, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und die Filmwelt zu retten. Wir dürfen gespannt sein!

Nach dem Abendessen gibt es dann nochmal Interessenprogramme. Unter anderem erfreut sich Ultimate Frisbee auf dem Sportplatz großer Beliebtheit, Annes Teilnehmer sind in den letzten Zügen ihrer Traumfänger und die F3 bietet Bingo an, was sich zu einer mordsmäßigen Gaudi entwickelt. Seit gut einer dreiviertel Stunde laufen auch wieder Jogis Jungs über die Leinwand. Mal sehen, wann die Fußballfans heute ins Bett kommen…