Category Archives: Tagebuch 2014

Tag 15 – 31.08.2014

Mit dem heutigen Sonntag endet dieses Tagebuch, während die Freizeit dem finalen Höhepunkt entgegenfiebert: dem Festival. Davon werden mit Sicherheit auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erzählen, die sonst eher wenig berichten. Die Festival-Ankündigung mit „King Julien“ und seinen Affen sowie dem Pinguin-SEK war überaus vielversprechend. Aber mehr wird hier nicht verraten. Die Wetterbedingungen sind sehr gut. Vorbereitung und das Festival selber werden draußen stattfinden. Dann folgt der Packtag mit den Abschiedsthemen in Morgen- und Abendrunde und am Mittwoch sind wir dann wieder in Hameln.

So ein Tagebuch kann nur ein winziges Blitzlicht sein. Das „Gewitter“ wird in den Erzählungen der Kinder und Jugendlichen und in dem Bilderreigen beim Nachtreffen über die Daheimgebliebenen hereinbrechen. Beim scrollen der Bilder im Display meiner Kamera geht mir noch mal auf, wie viel wir hier erlebt haben und welchen Einsatz die Gruppenleiter, die Lucies und die Freizeitleitung hier gebracht haben, um diese Freizeit wieder zu einem unvergesslichen Abenteuer werden zu lassen.

Der Sonntag geht mit einer sonnendurchfluteten Freiphase zuende, mit reichlich Softeis, gut besetzten Spielplätzen auf dem Hof und mit viel Musik in der Raucherecke. In der Abend­runde sammeln wir schöne Momente für eine riesige Flaschenpost, die wir in einer letzten Abschiedsgeste von der Fähre über Bord werfen werden. Vielleicht wird ein Finder animiert, schöne Momente seines Lebens zu erinnern. Wenn er Lust hat, kann er uns ja schreiben.

Noch einmal groß feiern, noch zweimal zu Mittag essen, noch dreimal schlafen! Gute Nacht.

Tag 14 – 30.08.2014

Der Tag begann mit Käpt’n Blaubär und Hein Blöd, die von den kleinen Enkeln bedrängt wurden, Abenteuer mit ihnen zu erleben. So konnte Käpt’n Blaubär gar nicht anders, als einen Projekttag auszurufen und alle Kinder in verschiedene Projekte einzuladen. In der Gruppen­phase wählten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den Nachmittag ein Projekt aus. Gestärkt mit leckerem Bami mit Apfelmus begannen verschiedenste Abenteuer: Zocker trafen sich im Küchenzelt, Leinentaschen und Beutel wurden bedruckt und bemalt, eine „Lagerfahne“ mit bunten Farben und deutsch/niederländischen Motiven gestaltet, die „Kombüse“ wurde zum Schlachtfeld für Smutjes, „Entdecker“ brachen in kurzen Hosen und Gummistiefel zum Ostende der Insel auf , eine Gruppe radelte zum „Porutschen“ in die Sprungdünen, wieder andere bemalten sich das Gesicht wie Indianer auf dem Kriegspfad, um „capture the flag“ auf dem Waldspielplatz zu spielen. Eine „Künstlergruppe“, ausgestattet mit Pinseln und Farben, Staffelage und Stühlchen und gewandet in weiße Kittel und Maler-T-shirts, ließ sich am Strand nieder, um Strandimpressionen auf Leinwand zu bannen. Dass an diesem Tag auch ein Treffen der Drachengruppe Amelands stattfand und riesige Drachen in allen Farben und Formen den Himmel erobert hatten, gab zusätzliche Inspiration und sorgte für ein ganz eigenartiges Flair am Strand von Buren.

Beim Abendessen, das bei tiefstehender Sonne, die nach kurzem Nieselregen den Hof in goldgelbes Licht tauchte, wieder draußen auf dem Hof stattfand, gab es regen Austausch über das Erlebte. Die Entdecker hatten Austern gefunden und schlürften sie unter lautem Hallo der anderen. Die „Smutjes“ hatten diverse Köstlichkeiten hergestellt, Gott sei dank in ausreichen-der Menge, denn der Kohldampf an diesem Abend war nach den Erlebnissen gewaltig. Die Lucies hatten den Grill angeworfen und servierten Currywurst. Abschließend gab es ein kurzes Blitzlicht aus den einzelnen Projekten und, wo möglich, eine Präsentation der Ergebnisse. Da Samstag ist, startet um 20.00 Uhr die Hofdisco mit den DJ’s Schenky und Malte K.! Zum endgültigen Tagesabschluss gab es noch eine Ballonfahrt über die Insel, als Phantasiereise in der Abendrunde natürlich! Traumhaft, wie der ganze Tag. Gute Nacht.

Tag 13 – 29.08.2014

Es ist Freitag, der 13. Tag unserer Inselfreizeit auf Ameland. Gott sei Dank sind wir nicht abergläubisch. Und das gute Wetter lässt uns auf einen großartigen Tag hoffen. Pünktlich verlassen die Gruppen nach dem Frühstück den Hof, „bewaffnet“ mit verschiedenen Bällen oder dem Wikingerspiel, eine andere hat sich den großen Fallschirm organisiert, wieder eine andere Gruppe wird die Slackline im Wäldchen spannen und balancieren üben, und mit Fahrrädern will die Gruppe 5 den Leuchtturm erobern. Letztere werden wir natürlich erst heute Abend wiedersehen, mit Bene’s Hilfe gibt es für sie „Essen auf Rädern“.

Eine kleine Gruppe von Leitern und Teilnehmern erfährt in der Mittagspause, dass das Glück der Erde auch auf Ameland auf dem Rücken der Pferde liegen kann. Auf großen, schwarzen Friesenpferden jagen sie im Galopp zwischen Nes und Buren am Strand entlang. Sonne, Wind und Wellen, dazu das Trommeln der Hufe auf dem festen Sand direkt am Wasser sorgen für ein besonderes Glücksgefühl.

Auch am Nachmittag ist Strandwetter. Gruppe 3 hat BVD, und vertreibt sich die Zeit zwischen den Diensten mit kurzweiligen Wettspielen auf dem Hof.

Beim Abendessen gibt es die Ankündigung, auf die viele schon sehnsüchtig gewartet haben: Leuchtturmwanderung!! Um 19.00 Uhr bewegt sich der Lindwurm Amelandfreizeit zum Neser Strandaufgang und von da aus direkt am Strand entlang nach Westen. Der Wind kommt böig von vorn und bläst Sandfahnen von den Dünen herunter. Die untergehende Sonne zaubert ein Farbenspiel an den Himmel, bis sie dann hinter dichter werdenden Wolken verschwindet. Der Strand ist ebbebedingt extrabreit und menschenleer. Abgesehen von unserer Hundertschaft natürlich. Die Meute zergliedert sich immer mehr in kleine Weg- und Gesprächsgemeinschaften. Wir sind flott unterwegs. Vorne gehen Leiter als Bremser, hinten als Motivatoren. In Hollum am Strandaufgang wartet der Bulli. Gelegenheit, die Wasserflaschen aufzufüllen und im Strandcafè zur Toilette zu gehen. Auf dem Dünenweg marschieren wir durch Dämmerung und Dunkelheit in Richtung Leuchtturm, dessen Lichtstrahlen uns zuzuwinken scheinen. Am Ziel, direkt unter dem Leuchtturm, gibt es Milchreis mit Zucker und Zimt, Kirschen oder/und Apfelmus. Die Lucies schwingen die Kellen, alle werden satt. Um 22.30 Uhr kommt ein Bus und fährt uns zurück zum Hof. Ein tolles Erlebnis. Noch eine kurze Abendrunde im Schein der Lichterkette. Er hält die ganze Welt in seiner Hand, auch Dich und mich. Gute Nacht.

Tag 12 – 28.08.2014

„Liebevoll“ eingespielte Fußballlieder erinnerten die Teilnehmer beim Wecken an die Schmach vom Vorabend. „Fußball ist unser Leben.“ Ein „Rhythmical“ in der Morgenrunde brachte Schwung und gute Laune. Das Wetter ist hervorragend. Das wird ein toller Vormittag im Gruppenprogramm. Mittags gibt’s Stroganoff und Obstkompott. Superlecker. Superfreizeit. Supergeil. Anschließend entwickelt sich eine riesige Wasserschlacht auf dem Hof. Sämtliche Gefäße von Würstchendose bis Wäschewanne, einfach alles, in dem man Wasser transpor­tieren kann, ist innerhalb kürzester Zeit vergriffen. „Es schüttet wie aus Eimern“ ist für 20 Minuten lustige Realität. Da bleibt kein T-shirt trocken. Wer es zu toll treibt, wird geduscht.

Nachmittags bewölkt es sich und es gibt Sprühregen. In der Freiphase am Abend fordern kleine Holländer aus Buren, angeführt von Theo Molenaar, dem Sohn unserer Gastgeber, eine gleichaltrige Fußballmannschaft der Feriengruppe zum internationalen Vergleich. Nach 2x 20 Minuten heißt es 3:1 für Deutschland. Das anschließende Elfmeterschießen, just for fun, entscheiden ebenfalls die Hamelner für sich. Auf dem abschließenden, gemeinsamen Gruppenfoto sieht man, dass es beiden Mannschaften großen Spaß gemacht hat.

Der Spiri-AK lädt zu einer verlängerten Abendrunde ein, die wegen Nässe und Kälte im Esssaal veranstaltet wird. Tische und Stühle/Bänke sind wie eine kleine Arena gestellt, die Mitte wird von roten Kerzen und nautischen Attributen bestimmt.. Die Texte und Lieder, die dazu ermutigen, mehr Lebendigkeit zu wagen, lassen eine schöne Stimmung aufkommen. Wir reichen uns noch einmal die Hand, schließen den Kreis und wünschen allen eine gute Nacht.

Tag 11 – 27.08.2014

Wovon soll ich erzählen, wo fang ich an? Beim Sonnenaufgang am frühen Morgen? Doch d en haben nur zwei Jogger am menschenleeren Strand gesehen. Oder lieber bei der Morgenrunde, die Anna mit vielen guten Wünschen gestaltete und sich damit von allen verabschiedete? Mittags ging ihre Fähre. Schade, und Danke Anna!

Das Gruppenprogramm am Morgen war sehr „chillig“, und die „halben Kollegen“ kamen mittags sehr gut an. Als es im Esssaal für die Lucies wieder donnerte, bekamen die Jungs in der Eisdiele gegenüber schon wieder das „P“ in die Augen, aber heute blieb der Überfall aus. Es gab Vanille Fla! Mmmh, zum Schüssel auslecken.

Nach dem Essen stürmten zwei halbgestylte Fernsehmoderatoren hektisch in den Esssaal, um die Vorbereitungen für die große Quizshow „Volles Mett…mmmh…lecker…zu kontrollieren. Der Zeitplan war eng, um 15.30 Uhr soll es losgehen und die Rundbürste steckte noch im Haar.

Mit Scheinwerfern, großer Leinwand und modernster Computertechnik hatte sich der Esssaal dann in ein professionelles Fernsehstudio verwandelt. Die beiden glänzend aufgelegten Moderatoren, Malte H. mit gegeltem Haar in näselndem Sächsisch und Miriam im „kleinen Schwarzen“ mit Gummistiefeln und weißem Kittel als Wurstfachverkäuferin, begrüßten die Zuschauer und die Paten der einzelnen Sachgebiete: Jürgen Klopp und Poldi (Sunshine und Julien) für den Bereich Sport (Kloppo irritierend ähnlich), You und Tube für den Bereich Kino/Film (Annika und Malte K.), für Klatsch und Tratsch waren Joko und Klaas eingeflogen worden (Krystian und Bjarne), Columbus assistierte für den Bereich Erdkunde (Jonas) und die Naturwissenschaft repräsentierte kein geringerer als der wild toupierte und total verschusselte Albert Einstein (Anne).

Vertreter der einzelnen Gruppen konnten sich in drei Alterskategorien in unterschiedlichen Sachgebieten und Schwierigkeitsgraden „frische Mettpunkte“ erspielen und im Modus „Alles oder nichts“ gegen die Experten verteidigen. Zwischendurch sorgten unterschiedliche Showacts für kurzweilige Unterhaltung. Die Sieger jeder Alterskategorie wurden abschließend gefeiert und mit „Wuntertüten“ aus dem Fundus einer Hamelner Bank und aus unserem Kiosk verwöhnt.

Den nächsten Knaller gab es beim Abendessen. Die Gruppenleiter forderten die Teilnehmer zum Fußballmatch heraus und präsentierten sich etwas furchterregend in schwarzen T-shirts mit dem Logo: „Bluebear“. Das Spiel wurde um 19.50 Uhr angepfiffen, dauerte 2×20 Minuten und am Ende stand es 6:3 für die Gruppenleiter.

Die Abendrunde gestaltete Gruppe 1. „Peter Pan“ lud mittels „Feenstaub“ zum Fliegen ein. Die Runde: „Mein feenstaub ist …“ machte deutlich, dass viele hier auf dem Hof in verschiedenen Situationen eine starke, „beflügelnde“ Solidarität erfahren.

Der Rest war Gesang, das leuchten der Sterne am Himmel und der Lichterkette über dem Hof. Es ist dunkel. Mehr geht nicht. Gute Nacht.

Tag 10 – 26.08.2014

Eine tragische Liebesgeschichte zwischen einem Hai und einer Frau, lustig interpretiert und interaktiv in Szene gesetzt von und mit Miriam und Anni, eröffnet den neuen Tag. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint! Wir schieben die 2. GV, damit die Gruppen Zeit mit- und füreinander haben und in der Sonne relaxen können. Der Wetterumschwung scheint vielen Kindern auf den Kreislauf zu schlagen. Es gibt erste Ausfälle, symptomatisch nichts Dramatisches, nur in der plötzlichen Häufung auffallend. Ein ruhiger Tag wird allen gut tun.

Die auf einem bunten Plakat angekündigten „Schafsköttel mit Ameiseneiern“ entpuppen sich Gott sei Dank als leckere Mettbällchen in Tomatensoße. Für den Nachtisch „überfallen“ wir die Snackbar gegenüber. 130 Softeis im Hörnchen mit Krokant oder Schoko-Überzug oder bunten Streuseln. Die beiden Betreiber transpirieren direkt neben der Kühlmaschine und wegen der langen Warteschlange auf der Hauptstraße glaubt ganz Buren an einen Sommerschlussverkauf in der Eisdiele. “ Danke Rainer! Und sonst keiner“, skandieren wir für unseren großherzigen Sponsor. Durch die Laola-Welle für vorbeifahrende Trabcarfahrer und Radler verbreitet sich eine Art Festivalstimmung im ganzen Ort.

Am Nachmittag sind viele Gruppen am Strand. Es ist zwar keine Badezeit, aber Werwolf spielen macht im warmen Sand doppelt so viel Spaß. Auf dem Volleyballfeld gibt es ein „Mixed“ mit spektakulären Ballwechseln und durch die vielen „Hechtbagger“ wird der Sand geradezu umgepflügt. Auch Wikingerschach wird actionreicher, wenn die Figuren leicht im Sand eingegraben sind. Einige schlafen ein. Ihre Westseite wird von der Sonne gewärmt, die Ostseite vom Wind gekühlt. Einseitige Gänsehaut fühlt sich beim Aufwachen komisch an. Zwischendurch landet ein Hubschrauber des ADAC in Strandnähe. Er macht viel Wind. Ziel der Notärzte ist nicht der Strand, sondern das „Hotel an Zee“. Die Vollsperrung des Strandweges wird schnell wieder aufgehoben.

In der Abendrunde inszenieren wir eine Bootstaufe. Es gibt drei Vorschläge für einen Schiffsnamen, gewählt wird über Fonstärkenmessung „Foppe Amelandia“. Die Flasche wird nicht zerdeppert, sondern mit dem Inhalt werden die beiden Erbauer Marion und Bernhard Muschik gefeiert. Ein Anker wird „ausgeworfen“, er symbolisiert, dass wir uns wohlfühlen auf dem Hof und hier ein Plätzchen gefunden haben, an dem wir richtig gerne sind und das in unseren Herzen bleibt, auch wenn wir längst wieder in den „Meeren der Alltäglichkeit“ (sorry!) unterwegs sind. Mit „Eine handvoll Erde“ klingt der Tag stimmungsvoll aus. Gute Nacht, Ameland, gute Nacht Hameln!

Tag 9 – 25.08.2014

… die Revolution begann mit einem lautstarken Wecken der Kinder durch die Charaktere von Spongebob, gespielt von der F3 und der Gruppe 1 in wirklicklich phantasievollen Verkleidungen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Leiter schon nicht mehr auf dem Hof, da der böse Plankton sie entführt hatte. Aber nicht nur das, auch die geheime Krabbenburgerformel war verschwunden! Spongebob hatte den Auftrag von Mr Krabs erhalten, die Formel wieder zurückzuholen. Doch er fand weder bei Patrick noch bei Thaddäus Hilfe. Zum Glück waren die Kinder zur Stelle. Nach dem Frühstück schwärmten die Teilnehmer in ihren Gruppen unter der Leitung eines F3lers und eines Teilnehmers der Gruppe 1 hochmotiviert aus. Während des Gruppenprogramms entwickelten alle Gruppen einen kreativen Beitrag, indem sie FUN, die letzte fehlende Zutat, darstellen können. Nach einem aufregenden Vormittag mit jeder Menge Spiel und Action fanden sich die erschöpften Teilnehmer zur Stärkung wieder auf dem Hof ein. Nach gemeinsamen Spielen auf dem Fußballplatz stellten alle Teilnehmer Plankton und den gefangenen Leitern ihren Beitrag zum Thema FUN vor. Zwar erwärmte dies Planktons Herz sehr, doch weigerte er sich danach noch immer, die vermissten Leiter an die Teilnehmer zurückzugeben. Der letzte Funke sprang dann aber über, als die Leiter selbst mit viel Witz Plankton zeigten, was für sie FUN ist. In einem glorreichen, gesungenen Finale fanden Teilnehmer und Leiter endlich wieder zusammen.

 

Viele liebe Grüße nach Hameln,

Gruppe 1

 

 

 

Tag 8 – 24.08.2014

„Danke, Herr, für diesen Tag“ schallt es in der Morgenrunde. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass heute Sonntag ist, ein besonderer Tag, wie die Bibel sagt; ein Tag wie ein Geschenk, alles andere als Alltag. Mal sehen, ob es auf Ameland auch Sonntagserfahrungen gibt.

Eine ist auf jeden Fall das Mittagessen: Knödel und Geschnetzeltes mit Rotkohl. Und zum Nachtisch Quark mit Kirschen. Pfarrer Wingert ist zu Besuch gekommen, genießt und freut sich am donnernden Jubel der Hundertschaft.

Heute Nachmittag wollen wir mit Pfarrer Wingert Gottesdienst feiern. Dazu wird vor der Küche ein kleiner Altar gebaut und der Hof mit Tischen, Stühlen und Bänken möbliert, denn alle sollen Platz finden: Teilnehmer, Leiter, Lucies, Gäste (das sind befreundete Familien, die gerade auf der Insel Urlaub machen), und unsere Gastgeber, Familie Molenaar.

Der Gottesdienst bei schönstem Sommerwetter ist außerordentlich kurzweilig, festlich und fröhlich. Einen großen Verdienst daran hat die Gruppe F3, die uns die Geschichte vom Propheten Jona in einem szenischen Spiel näher bringt. In seiner Predigt erinnert Pfr. Wingert daran, dass Gott jedem nachgeht und keinen verloren gibt. Alle Gruppen haben eine Fürbitte vorbereitet und eine vielköpfige Combo sorgt für satten Sound zu ausgewählten Liedern.

Das Abendessen starten wir auch draußen auf dem Hof, aber einsetzender Regen scheucht uns mit dampfenden Tassen in den Händen in den Esssaal. In der Freiphase ist es trocken, aber ausgesprochen kühl. Doch die Gitarrenlieder, die in der Raucherecke erschallen, erwärmen unsere Herzen. Die Lichterkette und später die Fackeln tauchen alles in ein warmes Licht.

In der Abendrunde lauschen wir dem verrückten Dialog ungeborener Zwillinge, die über ein Leben nach der Geburt und über die Frage, ob es eine Mutter gibt, philosophieren. Unser Bekenntnis am Ende dieses Tages: „Yeah, God is great.“ Gute Nacht.

Tag 7 – 23.08.2014

Der Tag beginnt mit einer Haifischjagd, ungelogen. Anni legt sich mächtig ins Zeug. Es wird gefährlich und laut, am Ende ist alles gut. Wer kommt denn da plötzlich auf einem Rollbrett in die Mitte gekrault? „Gatzi“ ist uns nachgereist, er hatte plötzlich doch Zeit und kann für Felix und Sarah, die vorübergehend aufs Festland müssen, einspringen. Alle, die ihn kennen, begrüßen ihn mit frenetischem Beifall.

Das Gruppenprogramm profitiert vom Sonnenschein!!! Es gelingen tolle Fotos auf der Wiese am Basketballplatz. Gruppen, die in der Sonne auf ihren Jacken liegen, viele barfuß und im T-shirt, Laufspiele, bei denen Kinder richtig schwitzen und anschließend durstig sind – wie im Sommer, schier unglaublich. Und das Mitte August 2014! Klar, dass von den Käsespätzle mittags auch nicht viel übrig bleibt. Vom Fla auch nicht, wäre es aber auch bei Regenkälte nicht. Echt lecker.

Weil heute Samstag ist, steht am Abend Disco an. Disco ist immer am Samstag. Auf allen Höfen. Das ist die Regel zum Schutz vor Dauerbeschallung auf dem kleinen Eiland. Dafür knallt es Samstag wirklich aus allen Ecken: happy, happy, happy, happy.

Zwie IP’s am frühen Abend waren stark frequentiert: stylen und schminken, die Großen für die Kleineren. Wie das plötzlich überall duftet, und wie die heute Abend alle aussehen, selbst viele Jungs! Die DJs haben das Partyvolk im Griff. Nicht zuletzt wegen einsetzenden Regens ist die Tanzfläche durchgängig gerammelt voll. Kaum zu glauben, dass nach den Abschlusshits „Wir wollen zurück nach Ameland“ und „Was wollen wir trinken“ die überbordende Stimmung auf „Meditationniveau“ heruntergefahren werden kann. Gelingt Patrick aber. Alle liegen oder sitzen im Esssaal auf den Teppichfliesen, lauschen der Musik

und gehen unter Patricks sanft gesprochener Anleitung auf eine Traumreise. Gute Nacht.

 

Tag 6 – 22.08.2014

Heute gibt es dicke Bohnen. Aber nur in der Morgenrunde. Sie werden uns in die Hand gezählt. Hintergrund ist eine Geschichte, die uns Miriam erzählt; von einem Seemann, der nach einer glücklich verlebten Stunde eine Bohne von seiner rechten in die linke Hosentasche wandern lässt und abends Bilanz hält. So werden wir auch eingeladen, unseren Tag bewusster zu erleben und besondere Momente zu erinnern.

Die Wetteraussichten sind gruselig. Am Hafen wurden sogar die Seefahrer vor Wind und Wellen gewarnt. Unerschrocken verlassen unsere Gruppen den Hof zu den üblichen und beliebten Spielstädten. Es schauert auch mehrere Male gewaltig, aber es hört halt auch immer wieder auf. Dann spielen wir weiter!!

Mittags gibt es fliegende Fische. Vor dem Tischgebet werden wir noch einmal an Pohlmanns Lied erinnert, der uns auffordert, etwas ganz Anderes und Verrücktes zu tun. Zum Nachtisch gibt es Eis. Da kennen wir nichts. Und das wird natürlich auch entsprechend bejubelt.

Am Nachmittag bessert sich das Wetter ein bisschen. Gruppe 7 leiht Fahrräder aus. Wir wählen den Dünenweg und strampeln mutig gegen den Wind und über die „Berge“, wie die Kinder die Dünen schon bald nennen. Fern am Horizont taucht der Leuchtturm auf. Soweit können wir heute nicht. Aber bis zu einer hohen Aussichtsdüne Höhe Hollum schaffen wirs. Tolle Rundumsicht. Inn einer Dünenmulde suchen wir Schutz vor dem Wind und spielen „Ha extrem“, Kontakto und Werwolf. Beim großen Schauer locken große Sträucher, aber leider tragen sie Dornen. Dann wird es auch schon wieder heller. Mit Rückenwind war der Rückweg natürlich sehr viel lustiger und viel schneller. Das Wetter lässt eine schöne Freiphase zu, auch wenn in der Raucherecken keine rechte Stimmung aufkommen will, weil es doch sehr kalt ist. Dafür wird die Abendrunde sehr stimmungsvoll, weil einige ihre „Bohnenmomente“ beschreiben. Sagen wir an dieser Stelle „Gute Nacht“, auch wenn die Leiter noch tuscheln, Neuleiterinnen Miriam und Sarah etwas ängstlich dreinschauen und auch in der Küche noch irgendwelche Aktivitäten laufen. Morgen ist wieder ein Tag.