Category Archives: Tagebuch 2015

Tag 20 – 30.08.2015

Leuchtfeuer 20

In der letzten Morgenrunde gratulieren wir Josi mit einem Geburtstagslieder-Medley. Frühstück mit Lunchpakete erstellen, Müllsäcke mit letzten Gepäckstücken auf den LKW, Bullis beladen und Sammeln zum Abschied. „Nehmt Abschied, Brüder“ heißt es zum 50. Mal an dieser Stelle. Hände reichen und „Auf Wiedersehen“. Am Fährhafen noch ein paar Showacts aus dem Festival, für die auch andere Inselbesucher applaudieren. Auf dem Festland warten schon die Busse. Der Abschied ist doch schon schwer genug. Zuhause in der Eli erwartet uns ein Aufmarsch wie bei einem Popkonzert. Ende gut – alles gut.
Matthias

Tag 19 – 29.08.2015

Leuchtfeuer 19

Der LKW ist da, heute ist Packtag! Das Chaos hat einen neuen Namen. Es ist wie in jedem Jahr: Sammelstellen für Fundsachen quellen über, Koffer lassen sich merkwürdig leicht schließen – was stinkt da nicht? Was brauche ich am Abfahrtstag? Wem gehört die blaue Jacke? Wo ist Bene?

Svenja und Bene stehen wie Felsen in der Brandung und rufen Kommandos in den Wind. Gruppen werden zum Duschen geschickt. 1 und 2  helfen beladen und packen. Garage und Chillout werden auf- und ausgeräumt, die Anlage von Müllresten befreit. Die Lucies räumen die Küche auf, es gibt noch einmal „Bank“ und Unterschriftenlisten müssen ausgefüllt werden. Alles läuft glatt. So weit waren wir im letzten Jahr um diese Zeit noch nicht.

Mittags  die Ankündigung für den finalen Knaller: Leuchtturmwanderung! Svenja raschelt mit der Milchreispackung. Um 15.30 Uhr sammeln sich alle Gruppen am Burener Strandaufgang. Das Wetter ist sehr angenehm. Am Strand steht ein Trecker mit zwei Anhängern! Ist der etwa für uns? Jubel: Es gibt eine Treckerfahrt zum Leuchtturm.  Wir warten noch auf den zweiten Trecker, und ab geht es in Richtung Westende. Hoher Spaßfaktor, wie erwartet; mancher Blick schweift mit ein wenig Wehmut über Strand und Meer, es ist unsere Abschiedstour. Augen schließen, Wind genießen, Möwen kreischen, einige sch…auen ganz verwundert auf den bunten Lindwurm, der sich da in Richtung Hollum schlängelt.

Am Leuchtturm heißt es anstellen für Milchreis und Brote. Die Trecker sind leer zurückgefahren! Heißt es jetzt doch noch Langstreckenwandern? Svenja kündigt eine Überraschung in Ballum an. Die Wanderer erblicken schon von weitem ein Lagerfeuer am Strand. Es bildet sich ein großer Sitzkreis und wir erleben zwei romantische Stunden mit Liedern und Geschichten. Wie bestellt, färbt sich der Himmel im Westen in den bunten Farben der untergehenden Sonne, und im Osten geht über dem Dünenrand riesengroß der Vollmond auf. Es erklingen die „Feuerlieder“, gemeinsam und Solo vorgetragen, und sorgen für einen besonderen Gänsehautmoment. Besser und unserem Motto gerechter kann man einen letzten Abend nicht erleben. Das Lagerfeuer haben wir organisiert, das kosmische Schauspiel war ein himmlisches Abschiedsgeschenk. So seh‘ ich das.

Als die Dunkelheit heraufzieht, werden wir von einem Bus abgeholt. Die F3 beschließt spontan, noch am Lagerfeuer zu bleiben. Auf dem Hof gibt es noch eine kleine Abendrunde mit einem Segensgebet, das als Inschrift auf kleinen bunten Bändchen verteilt wird. Wir reichen einander die Hand: Gute Nacht.
Matthias

Tag 18 – 28.08.2015

Leuchtfeuer 18

Die Sonne scheint. Es verspricht, ein wunderbarer Tag zu werden. Sinnigerweise übernimmt Sunshine die Morgenrunde. Er hat sein Lied dem Wetter entsprechend umgetextet: I’m singing in the sun…“ Musikalisch untermalte Morgengymnastik. Als die Gruppen ins Morgenprogramm ziehen, sieht man an den unterschiedlich intensiven Verkleidungen, wie weit die Vorbereitungen für das Festival schon gediehen sind.

Mittags gibt es Stroganoff. Die F3 ist auch eingeladen, kann draußen in der Sonne essen. Zu den donnernden Lucierufen kommt sie aber rein. Dröhnt einfach besser. Zum Nachtisch gibt es mit Blick auf das Festival nur einen Lolli.

Am Nachmittag ziehen die Gruppen zu Generalproben an die unterschiedlichen Spielplätze. In der Zeit wird der Hof umgebaut. Er verwandelt sich in eine orientalische Landschaft mit einer Schatzkammer, Bazar, einem Sultanspalast und des Sultans Palastzimmer. Die aufgestellten Bänke verwandeln den Hof in ein Freilichttheater. Die Spätsommersonne gibt ein fantastisches Licht. Die Fotos werden sicher großartig.

Um 17.00 Uhr erschallt orientalische Musik: Das Festival beginnt. Der Sultan ist sehr deprimiert wegen des dreisten Golddiebstahls. Seine Tochter Jasmin und einige Gruppen und Einzelkünstler versuchen, ihn aufzumuntern (ganz stark die Himler-sister und William/Rebekka; aber auch Rami und Laurenz mit Akrobatik). Dann entwickelt sich eine Geschichte wie aus 1001 Nacht:

Aladin macht sich mit den beiden tumben Palastwachen auf den Weg, um den Schatz wiederzubeschaffen. Viele Gruppen weisen ihnen in wundervollen Beiträgen den Weg. Die drei erwerben eine alte, mysteriöse Lampe, aus der bei flüchtiger Reinigung ein Gin entsteigt, der Aladin 3 Wünsche verspricht. Zunächst beschafft der Gin einen fliegenden Teppich, mit dem Aladin nun auch in der Wüste nach dem Schatz suchen kann. An einer Oase gibt es eine märchenhafte Verpflegung für alle. Frittiertes, bunte Spieße, vielfältiges Obst und Gemüse in orientalisch anmutender Darbietung und mit klangvollen, märchenhaften Bezeichnungen bilden eine orientalische Essstraße.

Wir schlagen uns alle den Bauch voll, anders kann man das nun folgende Gelage nicht beschreiben. Bunte Süßspeisen lassen keine Wünsche mehr offen.

Im zweiten Teil versucht der Affe Abu und eine große Schar Haremsdamen (hier großartig die Gruppenleiterinnen) den Sultan bei Laune zu halten. Leider vergebens. Ein Männerharem (zum Brüllen komisch Gruppe 1) müht sich auch vergebens. Viele Begegnungen in der Wüste mit komischen Gruppen und einer Mumie, die eine Schriftrolle verliert, bringen Aladin irgendwann auf die Spur von Jago, der hinter einer mit Skarabäus gesicherten Tür im Schatz badend gefunden wird. Die Leiter tanzen mit Aladin den Tanz des Skarabäus. Der Schatz wird sichergestellt und dem Sultan wieder übergeben.

Aladin hat mit unglaublich kreativer Unterstützung der Gruppen, die an ihren Darstellung sehr viel Spaß hatten, seinen Schwiegervater glücklich gemacht. Alle werden in einem großen Finale für ihr Engagement gefeiert. Mittlerweile ist es dunkel auf dem Hof, der Vollmond leuchtet hoch über der Snackbar und gibt ein schimmerndes Licht, ein Übriges tun Lichterkette und bunte Scheinwerfer. Ein unglaubliches Bild. Innerhalb einer halben Stunde ist der Spuk wieder aufgeräumt. Habe ich das alles nur geträumt? Aber da steht noch diese alte Lampe. Soll ich auch mal daran reiben? Was kann ich mir wünschen?

Vielleicht, die Sprache der Hühner zu verstehen um im Eierstreit zu vermitteln. In diesem Jahr haben wir immerhin Hühnerfrikassee und Coq au vin von der Speisekarte genommen. Ein erstes Friedensangebot. Im nächsten Sommer kommen wir wieder. Start ist am 24. Juni, und zu der Zeit krähen die Hähne schon um ….!Aber das wird eine andere Geschichte.

Der Tag endet um 22.15 Uhr in einer Abendrunde, wo kleine Wunderlampen am Lederbändchen als Andenken verschenkt werden. „Leuchtfeuer“ und „Von guten Mächten“ sind klangvolle Schlusslichter. Gute Nacht. Morgen ist Packtag. Schlaft gut.
Matthias

Tag 17 – 27.08.2015

Leuchtfeuer 17

Guten Morgen, Ameland. In der Morgenrunde singt Annika mit uns das Lied vom roten Pferd, das Fliegen verscheucht. Für uns gibt es kein Fliegenwetter, es ist eher regnerisch. Na ja, wollen wir mal sehen. Nach dem Frühstück besuche ich Gruppe 5 im Gruppenprogramm. Die Mädchengruppe sitzt im Kreis unterm Basketballkorb. In Regenjacken gehüllt und aneinandergekuschelt, von kleinen Regengüssen ansonsten unbeeindruckt, entwickeln sie ihren Festivalbeitrag. Beeindruckend, wie wenig Leiterunterstützung sie dabei benötigen. Weil es doch frisch ist, werden ein paar Spiele gespielt. Beim Gockelspiel komme ich schon wieder ins Finale. Das scheint wirklich mein Spiel zu sein. Bei „Dritten abschlagen“, einem rasanten Laufspiel, beschränke ich mich aufs fotografieren. Es entstehen echte Actionfotos, weil die Mädchen wirklich Vollgas geben. Schnell ist allen wieder warm.

Zum Mittagessen gibt es Käsespätzle. Es bleibt kaum etwas übrig. Anschließend guckt sich Gruppe 6 in der Garage die Bilder von der „Trabkar-Carambolage“ an und amüsiert sich prächtig.

Das Wetter bleibt wechselhaft. Die Gruppen suchen geschützte Plätze für das Nachmittags­programm. In der Freiphase am Abend gibt es drei IP’s: Stofftaschen bemalen bzw. bedrucken, Jonglieren unter Anleitung und Seife schnitzen. Alle drei werden gut besucht. Ab 21.00 Uhr rockt die Raucherecke. Die Stimmung im Lager ist nach wie vor super. Alle, die in den letzten Tagen ein bisschen unter Müdigkeit litten, sind wieder fit.

Der Himmel hat sich aufgeklart. Vereinzelt ragen riesige Wolkentürme in den Abendhimmel, die von der untergehenden Sonne geheimnisvoll hellblau und lila gefärbt werden. Und die Wetteraussichten fürs Wochenende sind sehr gut.

Als ein besonders Highlight des Tages entpuppt sich die Abendrunde, die wir wegen des Wetters im Esssaal durchführen. Der Titel ist „Komplimente-Abendrunde“ und alle Teilnehmer erhalten vorbereitete Zettel, um anderen ein Kompliment zu schreiben: Du bist mein Leuchtfeuer, weil …“ Julien und Gabriel haben mit Franzis Unterstützung ein Mottolied geschrieben, das Franzi und Gabriel zum Vortrag bringen. Ein Gänsehautmoment. Wieder auf dem Hofplatz, werden die Komplimente ausgetauscht. Überall gibt es Umarmungen und vertrauliche Gespräche. Was für ein schöner Tagesausklang.

P.S.

Im Hühnerstall gibt es nichts Neues. Ich überlege, ob es zum Federvieh durchsickern konnte, dass wir in diesen Tagen 500 Eier verzehren. Kann ja sein, dass sie darin eine Bedrohung ihres Bestandes sehen. Aber was passiert wohl erst, wenn das mit dem Frikassee durchsickert?
Matthias

Tag 16 – 26.08.2015

Leuchtfeuer 16

Als wir uns gerade zur Morgenrunde aufgestellt haben, tritt Sultan Julien in unseren Kreis, um sein morgendliches Bad in seinem riesigen Goldschatz zu nehmen. Doch wie groß ist sein Erschrecken, als er seine Badewanne leer vorfindet. Wo ist sein Schatz? Die wütend herbeigerufenen Palastwachen Morten und Robin beschuldigen sich gegenseitig, geschlafen zu haben. Klar, dass Sultan sie verantwortlich macht und ihnen ein Ultimatum für die Wiederbeschaffung stellt. Die beiden sind verzweifelt und verabreden, sich Hilfe zu suchen. Dann war der Spuk auch schon zu Ende. Haben wir geträumt? Ein Märchen aus 1001 Nacht? Oder war das gerade die Vorankündigung des Festivals?

Anni und Franzi machen noch einen Zappeltanz (Hoki Toki) mit uns, dann können wir endlich frühstücken. Anschließend öffnet die Hofbank, denn viele Gruppen wollen nach Nes. Heute ist dort nämlich Markttag.

Gruppe 9 macht ihren zweiten BVD. Bewaffnet mit Einweghandschuhen und diversen Putzutensilien geht es an die Arbeit. Ein paar Erklärungen sind natürlich noch nötig, aber dann läuft es wie geschmiert. Ich habe jedenfalls keine Klagen gehört.

Das Mittagessen kündigt sich frühzeitig dadurch an, das zwei Holzkohlegrills auf dem Hof stehen und von Martin, Schenky, Daniel und Felix befeuert werden. Kurzfristig wird die Raucherecke zur Räucherecke. Der Nudelsalat ist schon fertig. Als wir gerade Platz genommen haben, tauchen die beiden Palastwachen wieder auf und besprechen ihr Problem mit dem Sultan. Dann erscheint Aladin, Typ jugendlicher Held, Schwiegersohn des Sultans, und verspricht den Wachen, ihnen in ihrer Not zu helfen. Es gelingt ihm Dank seines Charmes in einer unglaublichen Leichtigkeit, alle Lagergruppen zur Mithilfe zu bewegen. Er ist gut organisiert. Jeder Gruppenleiter bekommt einen Zettel mit einer Gruppenaufgabe, die bis Freitag zu lösen ist. Dann sollte mit vereinten Kräften der Schatz wiedergefunden werden können. Am Nachmittag beginnen die Gruppen im Gruppenprogramm mit der Ideensammlung für ihren Festivalbeitrag.

Auf dem Hof werden wir stundenlang (!) von einer alten Henne aus der Nachbarschaft zugetextet. Was für ein Redeschwall. Sie gackert und gackert und hört nicht mehr auf. Was will sie? Haben die Hähne sie geschickt? Was ist ihr Problem? Geht es bei unserem Hühner­problem am Ende gar nicht um Ruhestörung? Um Gottes willen, wer stellt diese gackernde Henne endlich ab? Man versteht ja sein eigenes Wort nicht mehr. Und ihres schon mal gar nicht. Wir brauchen einen Dolmetscher: Huhn holländisch – Mensch deutsch. Foppe mal fragen.

Der ist nach einem längeren Krankenhausaufenthalt übrigens wieder zuhause. Braucht noch etwas Schonung, läuft aber schon wieder durch die Gegend.

Am Abend bricht ein gewaltiges Unwetter über uns herein. Blitz und Donner bei einem Regen, der sich anhört, als würden Meereswellen über die Insel gespült. Mit einem kleinen, zitternden Grüppchen beobachte ich aus dem hintersten Winkel der Raucherecke heraus die hellen Blitze über Nes, die für Sekundenbruchteile den Hof in ein unwirklichen Licht tauchen. Die Abendrunde wird kurzfristig nach Geschlechtern getrennt in die Schlafsäle verlegt. Die Geschichte vom Adler im Hühnerstall erinnert uns daran, unserer eigentlichen Berufung zu folgen. Im Jungenschlafsaal weist uns Flo auf die Möglichkeiten hin, die unsere Freizeit dazu bietet. Mit „Imagine“ von John Lennon klingt der Tag aus. Wetter muss wieder besser werden. Gute Nacht – Matthias

Tag 15 – 25.08.2015

Leuchtfeuer 15

Heute, Dienstag, starten wir besonders gut gelaunt, weil Flo uns in der Morgenrunde einige Übungen des Lach-Yoga zeigt. Sehr lustig. Das werde ich zuhause weiter üben. Das Wetter ist gut, ich bin mit Gruppe 6 im Gruppenprogramm. Wir mieten Trappcars, das mehrsitzige Kettcars, die für eine Stunde oder mehr rund um Buren gefahren werden können. Wir starten mit zwei gelben, sechssitzigen Rennern, unsere Piste ist der „Recreatiepark de Vleyen“ rund um den Neser See. Der Tunnel ist eine beliebte Schikane, denn die Trappcars passen nur ganz knapp hindurch. Besonders lustig ist die Simulation eines Trappcar-Zusammenstoßes. Wir stürzen die zwei Fahrzeuge auf die Seite, schminken uns mit Ketchup als Unfallopfer und starten eine Fotosession. Eine Rundfahrt durch Buren führt uns noch einmal über den Hof, wo jeder Trappcarfahrer mit einem Lolli gestärkt wird.

Kurzes chillen auf dem Basketballplatz nach der Rückgabe, einige Kinder packen tatsächlich ein Buch aus und lesen, dann machen wir uns ausgehungert wieder in Richtung Hof auf den Weg. Der Speisezettel klingt, als käme das Essen frisch vom Deich: Schafsköttel auf Ameiseneiern.. Es entpuppt sich als kleine Mettbällchen in leckerer Tomatensoße auf Reis und ist sehr lecker. Die gemeinsame Mahlzeit baut uns wieder auf.

Im Mittag gibt es einen kleinen Schauer. Ich mache mir schon Sorgen um ein ganz spezielles Mittagsprogramm, aber alles wird gut: mit 4 Leitern und 4 Teilnehmern radeln wir kurz nach 13.00 Uhr zum Reiterhof nach Nes. 8 prächtige Friesenpferde warten schon gesattelt auf uns. Trensen machen wir selber, nachgurten und auf geht es. Mit 2 Begleiterinnen zieht eine Abteilung von 10 Reitern durch das Wäldchen und die Dünen in Richtung Strand. Vom Pferderücken aus haben wir eine völlig neue Perspektive auf vertraute Spielorte. Die Gangarten Trab und Schritt wechseln immer wieder. Höhepunkt einer wundervollen Strecke ist dann aber der Strandgalopp. Alles passt: die Sonne scheint, das Meer rauscht mit stattlichem Wellengang, der Wind geht und die Hufe trommeln durch das Wasser. Iiiihaaaa!! Es ist viel zu schnell zu Ende. Kurz vor dem Burener Strandaufgang geht es durch die Dünen wieder zurück. Pferde loben, noch mal die Aussichten genießen und in Hochstimmung zurück zum Reiterhof. Von jeder Teilnehmerin mache ich noch ein Erinnerungsfoto. Zum Gruppen­programm sind wir wieder zurück auf dem Hof.

Am Nachmittag ziehen noch diverse Trappcars über den Hof und heimsen eine Lollistärkung ein. Beim Abendessen kündigt Svenja überraschend die zweite Disco an. Jubel. „Ich sag Disco, ihr sagt Party!“ Zur Vorbereitung werden IP’s angeboten, um sich aufzuhübschen: Fingernägel stylen und Haare flechten. Nach der üblichen Anlaufschwierigkeit steppt dann aber der Bär. Zum Sommerhit 2015 wird „Bills“ von „lunch money lewis“ gewählt. Es gibt natürlich am Ende ein paar Zugaben, bevor Patrick uns mit einer schönen Traumreise auf die Nachtruhe vorbereitet. Gute Nacht – Matthias

Tag 14 – 24.08.2014

Leuchtfeuer 14

Der Montag beginnt mit einer flotten Morgenrunde: „Story of my pony“. Das Besucherwochenende hat keine Katerspuren hinterlassen. Bis auf ein paar „Sonnenstiche“ sind alle gut drauf. Der erwartete Wetterumschwung ist eingetreten, aber Gott sei Dank nicht so krass wie erwartet. Alle Gruppen ziehen ins Gruppenprogramm. Es ist bewölkt, sieht aber nicht zwingend nach Regen aus. Aber dann, als wir gerade beim Mittagessen sitzen (Nudeln mit Käsesoße!!!), öffnet der Himmel seine Schleusen, es donnert und blitzt, und ein paar Leiter stürzen zu den Schlafräumen und in den Bungalowbereich, um Türen und Fenster zu schließen und wichtige Materialien vor den Fluten zu retten. Pitschnass zurück im Esssaal werden sie als Helden der Freizeit gefeiert. Das Unwetter übertönt fast unsere Luciehymnen, aber wirklich nur fast.

Am Nachmittag klart es wieder auf. Ich begleite Gruppe 4 ins Gruppenprogramm auf den Sportplatz hinter dem Basketballplatz. Weil es doch noch etwas tröpfelt, schützen wir uns mit dem bunten Fallschirm, der uns wie ein Zelt überspannt. Eine „Nachrichtensendung“ wird zusammengestellt. Es ist nämlich eine schöne Tradition, dass die Gruppen humorvoll Nachrichten des Tages zusammenstellen und den neuesten Klatsch und Tratsch oder interessante Sport- und Wettermeldungen nach dem Abendessen „senden“. Der ganze Saal brummt vorher und nachher das Jingel der Tagesschau. Die Nachrichten der Gruppe 4 setzen einen Schwerpunkt beim Thema Beziehungsstatus einiger Gruppenleiter.

Auf dem Sportplatz haben Lena und Morten einige Spiele für „die perfekte Minute“ vorbereitet: Elefantenpendel (Strumpfhose mit Tennisball in der Fußspitze über den Kopf gezogen), das Bechertablett (4 Becher auf einem Tablett müssen mit einem Tischtennisball befüllt werden) und mit Wasser gefüllte Flaschen mit einem Hygieneartikel transportieren. Etwas delikat, aber sehr lustig. Da ist viel Geschicklichkeit gefragt. Und die Jungen erfahren noch ein Stück Aufklärung. Die Zeit vergeht wie im Fluge.

Die Nachrichtensendung kommt gut an. Jasper und Max als Moderatoren spielen sich die Bälle zu, Lina-Sofie glänzt als Wetterfee und Linus und Jan bringen als Sportmoderatoren die aktuellen Ergebnisse der Bundesliga. Svea, Anne und Amelie sind zuständig für Klatsch und Tratsch, können vor lauter Kichern aber kaum etwas richtig an den Mann bringen.

In der Freiphase ziehen bedrohliche Wolken auf. Es bleibt aber trocken. Felix macht uns in der Abendrunde aufmerksam auf das Farbenspiel der Insel und deutet die Kraft der Farben für unser Leben. Mit dem Lied „Über den Wolken“ klingt unser Tag aus. Gute Nacht.
Matthias

Tag 13 – 23.08.2015

Leuchtfeuer 13

Von wegen Regen und Weltuntergangswetter- dies kündigten zumindest diverse Wetterapps an! Anstatt dessen waren uns heute strahlender Sonnenschein, wolkenloser Himmel und angenehme Böen vergönnt. Und wieder gab es keinen „normalen“ Tag. Heute war Sonntag und das bedeutete Frühstückseier von glücklichen Molenaarhühnern und einen Gottesdienst. Mit Pfarrer Wingert und noch mehr Besuchern als sonst feierten wir auf dem Hof die heilige Messe. Und auch die hat hier ganz besondere Elemente. Die Gruppe 2 setzte sich mit dem Thema Freundschaft auseinander und präsentierte ihre Ergebnisse in zwei grandiosen Anspielen- Respekt Gruppe 2, beide Daumen hoch! Zudem ist die obligatorische Orgelmusik in Hameln geblieben und wurde von diversen Leitern und hochbegabten Teilnehmern bestens vertreten. Nach dem Gottesdienst verabschiedeten sich dann auch die letzten Eltern, die anlässlich unseres Jubiläums einen Blick in dieses sagenumwobene Phänomen namens Amelandfreizeit werfen konnten. Ich denke, wir haben an der einen oder anderen Stelle einen bleibenden Eindruck und leicht gereizte Trommelfelle hinterlassen können. Zum Mittagessen gab es handgefertigte Knödel, Geschnetzeltes und Rotkohl.

Und auch in diesem Jahr ließ ein ominöser und äußerst großzügiger Ehemaliger für jeden Teilnehmer ein Softeis in der Snackbar gegenüber springen. Haken an das Thema Nachtisch und ein kurzes Zitat aus dem Esssaal: „Rainer, Rainer und sonst keiner!“

Dem Vormittag und den ersten Ermüdungserscheinungen geschuldet, startete das Nachmittagsprogramm erst um 15.30 Uhr. Ziel vieler Gruppen war natürlich der Strand, denn auch morgen soll das Wetter, laut wetter.com und co. nicht besonders werden. Nee, ist klar! Das zieht vorbei und selbst wenn wieder ein paar Liter von oben kommen sollten, nach 2014 kann uns so schnell nichts mehr von Krawall und Remmidemmi abhalten.

Tag 12 – 22.08.2015

Leuchtfeuer 12

Heute ist Besuchertag. Von vielen gefürchtet, aber gewiss von mindestens ebenso vielen herbeigesehnt. In der Morgenrunde machen wir uns mit Pizzamassagen noch einmal richtig locker. Den BVD übernimmt Gruppe 1, und um 11.00 Uhr befindet sich der Hof in vorzeigbarem Glanz. Ein Übriges tut die Sonne, die strahlt, als bekäme sie auch Besuch. Unsere Gäste treffen ein: Eltern, ehemalige Teilnehmer und ehemalige Gruppenleiter. Nach einer Begrüßung und kurzer Einweisung durch Svenja ist der Hof zur Besichtigung freigegeben. Einzig der Bungalow ist Leiterbereich und bleibt tabu. Mittags verwandelt sich der Hofplatz in eine riesige Festtafel. Es gibt Bami Goreng mit Apfelmus, zum Nachtisch Eis. Die Lucies verarbeiteten 25kg Nudeln, 15kg Fleisch, 33 Stangen Porree, 15kg Spitzkohl und drei große Gläser Sambal Olek. Dann krachen die Lucierufe auf die erschrockenen Besucher herab. Jonas riskiert einen Stimmbandriss: „Gib mir ein L …“ Einige Eltern fallen fast von der Bank. „ Um Gottes Willen, macht ihr das jeden Tag, auch wenn ihr drinnen gegessen habt?“ Die Stimmung ist großartig.

Dann werden die Besucher in die Mittagspause verabschiedet. Am Nachmittag verteilen sich die Teilnehmer an verschiedenen Spielstationen in der näheren Umgebung. Um 15.00 Uhr können die Besucher in Kleingruppen, die von unseren Springern angeführt werden, mit dem Rad diese Stationen anfahren und die Kinder beim Spielen beobachten. Auf dem F3-Hof wird gebastelt, am Basketballplatz „ultimative Frisbee“ und an der Halfpipe Radball gespielt, am Waldspielplatz ist die Slackline aufgespannt und ein Revier für „Ketchup the Fleck“ abgesteckt. Am Strand entsteht eine Riesensandburg und in den Sprungdünen riskieren Porutscher und „Jumper“ Kopf und Kragen. Die Eltern sind begeistert, stellen interessiert Fragen zu den Spielregeln und versuchen sich unter Beifall und Gelächter an der Slackline.

In einer „Vorabendrunde“ teilten die Eltern ihre Begeisterung über das Erlebte mit. Wir singen: „wenn einer alleine träumt …“ Wir verabschieden uns mit Blick auf den Gottesdienst am Sonntagmorgen.

In der abschließenden Abendrunde bei Fackelschein und Lichterkette entzünden Teilnehmer für ihren besonderen Moment des Tages eine Wunderkerze und befeuern damit den Vulkan. Alle sind sich einig: das war ein toller Tag, ein Höhepunkt der Jubiläumsfreizeit 2015.

Tag 11 – 21.08.2015

Leuchtfeuer 11

Mein lieber Schwan! Was für ein Spiel! Die wichtigste Neuigkeit des Tages zuerst: mit einem Endstand von 5:2 verbleibt der Molenaarcup für ein weiteres Jahr im Vereinsbungalow der Leiter Bluebears. Für die Bluebears trafen Martin, Patrick, Florian und Krystian. Und auch Felix machte mit diversen Glanzparaden den Kasten so gut wie zu. Orly und Lukas schossen die Teilnehmertore, wäre man allerdings nach der Fanaktivität gegangen, hätten die stimmgewaltigen Teilnehmerfans ganz klar den Sieg davon getragen. Als besonderes Highlight verwandelte die Bluebear- Legende Werner Krüger in der letzten Minute einen Elfmeter.

Ansonsten war der Tag geprägt von viel Sonne, Sand und Meer. In der Mittagspause wurde wetterentsprechend die Rutschplane ausgelegt und diverse Hofbewohner schlitterten auf Seifenlauge quer über den Sportplatz. Auch für viele Gruppen war heute der Zeitpunkt das bisher Geschehende zu reflektieren und sich zu überlegen, was sie sich für die verbleibende Zeit auf Ameland wünschen, denn wir haben Bergfest! Man kommt nicht umhin festzustellen, dass die Zeit auf Ameland und unserem Hof anders läuft. Aber spätestens beim Mittagessen wussten alle, welcher Tag schon wieder ist. Wir genossen Fliegende Fische, Kartoffelpüree und Möhrensalat und wussten dementsprechend; es ist Freitag!

Und während des Artikelverfassens steckt mir die Leiterin der 2, dass ihre Gruppe anscheinend noch Großes vorhat, wir sind gespannt und werden berichten.