Category Archives: Tagebuch 2015

Tag 10 – 20.08.2015

Leuchtfeuer 10

Hilfe, Revolution. Die Leiter sind verschwunden, die F3 übernimmt das Lager. Böse Finsterlinge schicken sich an, die Weltherrschaft zu erobern. Das A-Team mobilisiert den Widerstand der Kinder. Aber lassen wir die F3 selbst zu Wort kommen:

Der Morgen startete früh mit den letzten Vorbereitungen. Als wir um 7.00 Uhr vollständig verkleidet und geschminkt auf dem Hof ankamen, schliefen die Teilnehmer noch ahnungslos. Nachdem die Musik platziert, Plakate aufgehängt und unser schöner Plan noch einmal besprochen worden war, kam endlich das, worauf sich besonders unsere Jungs schon seit Tagen gefreut haben: im „Muffkabuff“ mit Tröten, Töpfen und lautem Geschrei „ganz sanft“ zu wecken.

Um 8.25 Uhr stand das ganze Lager zur Morgenrunde bereit und wir leiteten die Revo mit einer kleinen Einführungsszene ein, in der unsere Bösewichte Felix H., Elli und Becks von ihrem Vorhaben, die Welt mit der Energie der Leiter an sich zu reißen. Durch das „A-Team“ wurden alle Teilnehmer zum Widerstand aufgefordert. Eingeteilt in „Familien“ und ihren Superhelden zugeordnet, begannen die Teilnehmer um 10.00 Uhr einen Stationslauf, bei dem sie vollen Einsatz zeigten. In neun verschiedene Disziplinen hatten sie die Möglichkeit, die Superkräfte ihrer Helden wiederzubeschaffen. Unterwegs galt es, Mottosprüche und motivierende Lieder zu dichten. Die „Familien“, unter der Leitung von Teilnehmern der Gruppe 1, zeigten vollen Einsatz. Mittags wurden entweder an den Stationen oder auf dem Hof Lunchpakete verzehrt, anschließend ging es zum Strand, wo schon die Leiter warteten. Eine kleine Abschlusssequenz wurde gespielt und die Teilnehmer präsentierten in Familien ihre kreativen Ideen um ihre Helden zu unterstützen. Abschließend kam die Geheimwaffe der Superhelden zum Einsatz: der Leiterbeitrag. Ihr Auftritt verlieh den neun verschiedenen Helden den letzten Rest ihrer Kräfte wieder. Als die Schurken erkannten, dass sie verloren hatten, konnten sie einsehen, wie unwichtig es ist, die ganze Welt zu besitzen wenn man sie doch mit allen teilen kann. Darauf folgte eine riesige Gruppenumarmung, an der das ganze Lager teilnahm.

Gleichzeitig sitzen die Leiter in den Dünen vor dem kleinen Wäldchen, um die erste Hälfte zu reflektieren. Es ist nicht leicht, sich trotz heftiger Sonne und eines Geländespiels einer fremden Gruppe zu konzentrieren. Der Diskussionsbedarf ist auch wegen allgemeiner Zufriedenheit mit dem Verlauf nicht sehr groß. Alle sind froh, als es in Richtung Strand geht. Viele stürzen sich auch gleich in die Fluten, so dass es zischt.

Schon bald kommt das restliche Lager, von der F3 angeführt, ebenfalls zum Strand, der aufgrund des sagenhaften Wetters sehr bevölkert ist. Wir finden ausreichend Platz mit Schattenflächen hinterm Strandhaus wo die Revolution endet. Da alle in diversen Beiträgen noch einmal richtig Vollgas geben, findet unser Fest im Sand zahlreiche Zaungäste. Gebadet wird natürlich auch noch. Das Abendessen ist warm, Käsespätzle und Salat. Geht trotz auf 20 kg gesteigerter Gesamtmenge komplett weg. Wo lassen die Kids das nur.

Am Abend findet auf unserem Bolzplatz ein Länderspiel der U14 statt, Deutschland gegen Holland. Theo Molenaar (gekleidet in unserem Jubiläumsshirt), der Sohn unserer Gastgeber, führt die niederländische Truppe an. Die von mir schon früher hochgelobten deutschen „Freizeitkicker“ siegen mit 5:1. Ein schönes Fußballfest, das auch ein großes und lautes Publikum findet und auch die holländische Mannschaft wird von unserer Gruppe 1 mit lauten Gesängen „Hüp Holland Hüp“ angefeuert. Eine schöne Lieder-Abendrunde, sehr chillig, sehr entspannt, beendet diesen Tag.

Später berichtet Bene noch von einer gemeinen Attacke der „Kräh-Mafia.“ Eine alte Henne, vermutlich eine Unterhändlerin, hatte sich wie eine Kamikaze aus einem Gebüsch heraus mitten auf die Straße gestürzt und war dort wie angewurzelt stehen geblieben, so dass der Bulli zu einer Vollbremsung gezwungen wurde. Bene fühlte sich aus kleinen, giftgrünen Augen fixiert, ja geradezu angestarrt. Er ließ vorsichtig das Seitenfenster herunter in Erwartung einer Forderung oder zumindest einer Botschaft der Schreihälse. Doch so plötzlich, wie das alte Huhn aufgetaucht war, so plötzlich war es auch wieder verschwunden. Die Situation spitzt sich zu. Die Spannung wird geradezu unerträglich. Wo wird das hinführen? Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Tag 9 – 19.08.2015

Leuchtfeuer 9

Der Schüleraustausch nach Waikiki Snackbari ist so gut wie perfekt, wäre da nicht dieses Kofferkapazitätsproblem aufgetaucht. Denn der kleine Junge Andy darf neben seinen Lieblingen Woody und Buzz Lightyear nur noch ein weiteres Spielzeug mitnehmen.

Aber welches soll es sein? Es herrscht Aufruhr im Kinderzimmer, denn alle Bewohner von Porzellinchen, Charlie Naseweiß über Specki, Barbie und Ken und T- Rex sind vertreten und wollen unbedingt mit. Buzz und Woody rufen daraufhin die Buzzer Games ins Leben. Selbstverständlich brauchen die Spielzeuge jede Hilfe, die sie bekommen können und suchen sich dazu große und kleine Kinder aus den Gruppen aus. Die erste Aufgabe, die später von der kompetenten Koriphäen- Jury (Frosch, Bär und das sprechende Telefon) ausgewertet wird, besteht in der Inszenierung eines Werbeblogs für das jeweilige Spielzeug.Dann geht es zur Spielshow, bei der die Gruppen durch Tipps auf Sieg anderer Gruppen noch einmal zusätzlich Toycoins (für alle Unwissenden: Punkte!) erhalten können. Es wird in den Kategorien Toylicious, Toybrain und Toysports gespielt. Selten mussten Leiter so wenig für Stimmung sorgen und spätestens jetzt wissen wir auch, warum TippKick, Bet and Win und co. so erfolgreich sind. Die Luft brennt über 2, 5 Stunden!

Zum Schluss geht die Gruppe um Barbie und Ken als Siegerteam aus dem Kinderzimmer und wird sich zeitnah mit Andy, Woody und Buzz auf nach Waikiki Snackbar aufmachen.

So, und nun zu den Rahmenbedingungen dieses mordsmäßigen Mittwochs; Das Wetter spielte, wie vereinbart, mit und während der Outdoorspielshow mussten sogar schon Kopfbedeckungen, Sonnencreme und kühlende Getränke gereicht werden. Der Krankenstand ist ebenfalls nicht weiter erwähnenswert und die Lucies reichten mittags einmal mehr angemessene Köstlichkeiten. Zum zweiten Mal genossen wir halbe Kollegen, Kartoffeln und Erbsen/ Möhrengemüse. Auch konnten wir das erste Mal an diesem fantastischen Tag unser Abendbrot draußen einnehmen – Sehr angenehm!

Tag 8 – 18.08.2015

Leuchtfeuer 8

Ein neuer Tag auf unserer geliebten Insel. Es regnet nicht, es ist jedoch noch etwas frisch. In der Morgenrunde werden alle Gruppen eingeladen, die Vulkanlandschaft unseres Mittebildes unter dem Motto: „Neues Leben entsteht“ mitzugestalten. Dazu erhält jede Gruppe ein kleines Brettchen und etwas Schleifpapier, weiteres Gestaltungsmaterial steht in der Garage zur Verfügung.

Ich begleite Gruppe 1(die Ältesten, reine Jungengruppe) ins Gruppenprogramm zum Basketballplatz. Den teilen wir uns mit Gruppe 5 (reine Mädchengruppe).
Die Jungs spielen „Abwerfen“ auf der Fußballwiese; volle Konzentration, voller Körpereinsatz über eine Stunde lang, manchmal sind 3 Bälle im Spiel! Es geht richtig zur Sache. Nicht einer kneift. Der Schweiß fließt in Strömen. Bei den Mädchen unterm Korb geht es sehr viel entspannter zu, erst Sitzkreis, dann Topfschlagen! Helles Lachen klingt herüber, es scheint sehr lustig zu sein. Dann geben die Mädchen den Korb frei und die Jungengruppe spielt „Bump-out“. Treffsicherheit und Geschicklichkeit mit dem Basketball ist gefragt. Auch hier wird sehr engagiert gegen das Ausscheiden gekämpft. Ich staune über die Kondition der Jungs, ihren Eifer und die Konzentration. Die Leiter Friede und Felix sind nah dran und glänzen als mitspielende Motivatoren. Ich spiel’ auch mit, scheide aber jedes Mal früh aus. Beim superlustigen Gockelspiel anschließend schaffe ich es jedoch tatsächlich ins Finale. Bei Hühnern bin ich mittlerweile Experte. Gestern noch hatte ich mit Lilly aus Gruppe 6 Foppes Hühner im Auslauf beobachtet. Ich wollte herausfinden, ob sie etwas mit der Kräh-Mafia zu tun haben. Sie haben sich nichts anmerken lassen und scheinbar unschuldig im Sand gescharrt. Aber ich fühlte mich aus ca.20 Augenwinkeln scharf beobachtet. Brüten die was aus? Oder einfach nur „keine Eier?“

Zum Mittagessen gibt es Nudeln mit Käse-Sahnesoße, zum Nachtisch Pfirsich. Es scheint, dass nach zwei Regentagen alle Gruppen einen starken Bewegungsdrang hatten. Sagenhaft, was wir heute für Mengen vertilgen. Die Pfirsiche servieren die Lucies selber in einer gefeierten Polonaise.

Nachmittags treffen sich die Gruppen 5-8 zu „capture the flag“ am Waldspielplatz bei idealen Wetterbedingungen. Auch hier voller Körpereinsatz. Es geht darum, der Gegenpartei den Schatz abzujagen und möglichst viele „Leben“, von denen jeder Mitspieler mehrere hat, zu verteidigen. Kratzer an Armen und Beinen, Prellungen, Stauchungen – bei einer verstauchten Hand lassen wir zur Sicherheit den Arzt draufgucken. Alles gut. Freiphase am Abend – ruhig und entspannt? Weit gefehlt. Es wird ein großes Fußballmatch ausgetragen. Leiter gegen jüngere Teilnehmer (Gruppe 9-5). Auch hier wieder Volldampf, auf dem Platz und auch auf den „Rängen“. Viele tolle Spielzüge und packende Torraumszenen. Man sieht sofort: hier wächst eine Spielergeneration heran, die in nicht mehr so ganz ferner Zukunft auf dem Platz gegen jede Leiterrunde dominieren wird. Heute gewinnen noch einmal die Leiter, aber schon knapp mit 8:6!!! Nicht zuletzt Dank unglaublicher Sturmläufe von Bene, Schenkys sicherer Torraumbeherrschung und eines gefeierten Comebacks von Flo. Unmöglich, von den jüngeren Teilnehmern einen hervorzuheben. Bald werden Bilder dieser gefeierten Helden und Sieger der Herzen auf dieser Seite zu sehen sein.

Nach dem Spiel ist in der Raucherecke noch einmal Hochbetrieb. In der Abendrunde stellt jede Gruppe ihr Haus vor. Trotz knapper Zeit waren die Teilnehmer sehr kreativ. Gruppe 1, die sich selbst „Friede und die wilden Würstchen“ nennt, schießt jedoch den Vogel ab. Die Jungs haben ihr Brettchen zu einer mobilen Würstchebude umgebaut, einem rollenden Schnellimbiss. Vorne prangt ein Konterfei von Friede, auf dem Dach ein große Werbe­würstchen. Bei der Präsentation geben sie mit Williams Gitarrenbegleitung ein passend getextetes Lied zum Besten. Es gibt anhaltenden Szenenapplaus. Dann heißt es: „Gute Nacht“. Was für ein Tag. Obwohl nur beobachtender Chronist, bin ich allein von Zuschauen völlig fertig. Fehlt nur noch, dass ich morgen auch noch Muskelkater habe.

Tag 7 – 17.08.2015

Leuchtfeuer 7

Der Morgen begann wie der vorherige Abend aufgehört hatte- mit Regen! Ordentlich viel Regen und wir knüpften outfittechnisch nahtlos an 2014 an; Regenhosen, Regenjacken, Schirme und Gummistiefel wurden aus den Koffern gekramt und an der ein oder anderen Stelle doch recht widerwillig aufgetragen- insbesondere beim Rundlauf ist ein Leiter, der auf unpassende Kleidung hinweist doch eher lästig. Doch ist es unter Anderem ein erklärtes Ziel der Leiterrunde 2015, den momentanen Krankenstand zu halten. Dieser liegt aktuell bei 0,0 Prozent.

Und wir wären ja auch nicht seit 50 Jahren so erfolgreich, wenn wir uns von 52 Litern pro Quadratmeter einschüchtern ließen, also fand auch ganz normales bis außergewöhnliches Gruppenprogramm statt.

Gruppe 7 erkundete die Insel mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sprich mit dem Bus. Gruppe 9 und 6 besuchten das äußerst großzügige und geräumige Schwimmbad mit jeweils einer öffentlichen Dusche, dem Spaßfaktor tat dies allerdings keinen Abbruch.

Einen ganz besonderen Tag hatte die Gruppe 8, die mit 15 Teilnehmern und drei Leitern unsere Größte ist. Gut eingepackt und mit Lunchpaketen ausgestattet, machten sich alle mit den Fahrrädern auf den Weg nach Hollum- Distanz 11,57 km. Nach einer Pause zwischen Ballum und Hollum war eine anderthalbstündige Wattwanderung angesagt mit Muschel- und Seegrasessen, Feuer machen und Löffler anschauen inklusive (Definition bitte im Ornithologenhandbuch nachschlagen).

Für die anderen Gruppen gab es ein „normales“ Mittagsessen auf dem Hof. Auf dem Speiseplan stand, wetterangemessen, Suppe mit Fleischklößchen, Karotten und Kartoffeln. Als Nachtisch kredenzte die Küche VLA! Nachdem auch die Gruppe 8 nach einem anstrengenden Rückweg mit nochmals knapp 12 km und diversen Litern von oben wieder auf den Hof einkehrte, gab es zum Abendbrot neben der üblichen Aufschnitt- und Brotauswahl auch noch Restsuppe und als wärmende Kakaoalternative heiße Brühe. In der anschließenden Freiphase wurde das Interessensprogramm „Leuchttürme basteln“ fortgeführt- die Ergebnisse sind durchweg als Kunstobjekte zu betrachten und wertzuschätzen. Auch gab das Wetter die Möglichkeit das hochfrequentierte IP „Bingo mit Franzi und Patrick“ im Esssaal anzubieten,- mit wiederholtem Erfolg und vielen Bingos und Preisen. Gesang und Musik in der Raucherecke fand selbstverständlich wie immer mit großem Publikum statt.

In der Abendrunde, die in den Esssaal verlegt wurde, kündigte ein kleiner Drache namens Grizzu seiner Mutter zum wiederholten Male an, dass er Feuerwehrmann werden wolle. Aber ein Drache, der Feuer löscht, anstatt es selbst zu speien? – Nein, so Mama Drache, das ginge nun wirklich nicht. Darüber war Grizzu sehr traurig. Nach vielem Hin-und Herüberlegen kam Mama Drache auf den Gedanken, dass der Wunsch des kleinen Grizzu, auch wenn er sehr ungewöhnlich sei, den kleinen Drachen doch glücklich machen könnte und das wünsche sie sich ja eigentlich für ihr Drachenkind.

Und geht es nicht sowieso darum, dass Kinder in erster Linie glücklich sind und ihren eigenen Träumen nachjagen sollten, statt sich den Vorstellungen und Wünschen von anderen zu beugen? Vielleicht bieten sich ja auch für uns die nächsten 12 Tage Möglichkeiten und Gelegenheiten dazu, Wünsche auszuleben und Dinge zu tun, die weder gefordert noch erwartet werden.

Tag 6 – 16.08.2015

Leuchtfeuer 6

Obwohl heute Sonntag ist, haben wir Mistwetter, ein echter Regentag. Laut Wetter-App wird sich das jedoch bald wieder ändern. Wir nehmen es daher gelassen. In der Morgenrunde fehlen einige Neuleiter, und auch Robin, der mit Jenny das Lied von den „Lokomos“ anstimmt, wirkt ein bisschen unfrisch. Das hat sicher nichts mit dem Wetter zu tun, das sind eher die Nachwirkungen einer langen und ereignisreichen Wanderung zu einer ungewöhnlichen Zeit von einem ungewöhnlichen Ort. Wenn man sonst nichts auszusetzen hat…!

Nach dem Frühstück zeigt uns Jana im Esssaal wie auf einem Catwalk ange­passte Regenkleidung. Dann verschwinden alle ins Gruppenprogramm. Am Vormittag marschiert eine Reihe finster dreinblickender, schwarzer Hühner über den Hof! Was hat das zu bedeuten? Werden etwa erste Forderungen gestellt? Oder gibt es ein Friedensangebot? Wie können wir kommunizieren. Wer deutet uns den Kot, äh, den Code? Doch so plötzlich, wie sie aufgetaucht sind, sind sie auch wieder verschwunden. Ein Einschüchterungsversuch? Die frühmorgend­lichen Krähattacken halten in unverminderter Lautstärke an. In der Wahl der Uhrzeit scheint es jedoch ein wenig Bewegung zu geben. Wir werden die Angelegenheit im Auge und natürlich in den Ohren behalten.

Das Gulasch auf Klößen an Rotkohl lässt zumindest in unseren Herzen kurzfristig die Sonne aufgehen. Wir sind so was von satt, das vom Quark mit Kirschen tatsächlich hier und da etwas übrig bleibt. Donnernder Applaus für die Lucies, den „Starköchen auch ohne Stern“, wie Gruppe 2 gedichtet hat.

Die Gruppe 3 bereitet am Nachmittag eine verlängerte Abendrunde zum Thema „Verantwortung“ vor, mit der der Sonntag sehr stimmungsvoll ausklingt. „Wenn einer alleine träumt …“ singen wir in harmonischer Esssaalrunde. War wieder sehr schön heute. Gute Nacht.

Tag 5 – 15.08.2015

Leuchtfeuer 5

Im Halbschlaf hätte man fast meinen können, die Insassen einer Irrenanstalt wären entlaufen, als unsere Teilnehmer heute Morgen verschlafen die Augen öffneten. Ich kann die Daheimgebliebenen beruhigen; es waren sehr angesehene Persönlichkeiten, die da ganz in Weiß und mit Lorbeerkränzen geschmückt durch die Schlafsäle schritten. Angeführt von Zeus beehrten uns Demeter, Ares, Hermes, Aphrodite, Poseidon und andere Bewohner des Olymps mit ihrer Anwesenheit und der Einladung zu einer wahrhaftigen Olympiade. In Familien, gemischte Gruppen aus jüngeren und älteren Teilnehmern, wurde sich nach dem Frühstück und der Eindeckung mit Lunchpaketen auf zum Strand gemacht. Dort empfingen sie abermals die Gottheiten mit echten olympischen Disziplinen wie Kugelstoßen, Springreiten, Hürdenlauf, Hochsprung oder Segeln. Gegen 16.30 Uhr hatten sich dann alle Familien erfolgreich für Rio 2016 qualifiziert, diverse Bestzeiten legendär unterboten und kehrten zum Hof zurück. Dort präsentierte sich noch einmal jede Familie in ihrer Einzigartigkeit und Zeus kürte die besten Mannschaften mit einmaligen Prämien.

Zum Abendessen gab es Hühnerfrikassee mit Reis und leckeres Apfelmus als Nachtisch. Und natürlich wäre ein Samstag kein richtiger Samstag, wenn nicht schon während des Abendessens das Gerücht kursiert hätte, es gäbe heute eine Disco. Und die Gerüchteköche behielten natürlich recht, ab 20.00 Uhr war die Tanzfläche eröffnet und neben den aktuellen Charts ließen es sich unser DJs Flo und Morten selbstverständlich nicht nehmen auch Ameländerkulturgut wie „Westerland“ und „Was wollen wir trinken“ zu spielen.
Zum Runterkommen und als besondere Form der Abendrunde lud Matthias anschließend zur Traumreise ein-wahrlich traumhafte Angelegenheit, nach der es sich ausnehmend gut einschlafen ließ.

Tag 4 – 14.08.2015

Leuchtfeuer 4

In der Morgenrunde ging es, für uns alle überraschend, um Fußball. Trainer und Manager der „Bluebears“, der Leitermannschaft auf Ameland, fachsimpelten über das Spiel gegen die Teilnehmer am kommenden Freitag. Alle scheinen auf den Punkt fit zu sein. Merchandising läuft. Ab sofort gibt es Sammelhefte und Tütchen mit den Bildchen der Spieler am Kiosk zu kaufen. Im Gruppenprogramm beschäftigt sich Gruppe 2 mit dem Gottesdienst am kommenden Sonntag. Das Thema „Freundschaft“ wird intensiv diskutiert und im Spannungsfeld „von Masse zu Klasse“ ausgelotet. Es entstehen zwei Gestaltungsideen für die Feier am Sonntag. Mittags gibt es „Fliegende Fische“ mit Kartoffelbrei, natürlich von gestampften Kartoffeln. Die Arbeitsgeräte gleichen denen der Betonmischer auf den Baustellen hinterm Deich. Alles lecker. Gib mir ein L, gib mir ein U, schallt es durch Buren. Buntes Gruppenprogramm am Nachmittag auf den diversen Spielplätzen der Umgebung und natürlich am Strand. Wetter hält sich, toi, toi, toi!!! Heute ist wenig Wind, und es ist ausgesprochen mild. Nachdem Abendessen entwickelt sich ein unglaublicher Run auf die Sammelbildchen. Der doppelte Schenky wird gegen diverse Raritäten getauscht, Sammelalben füllen sich. Wer hätte das so für möglich gehalten? Am Abend ein tolles IP: Brennball. Wird dank Lena und „Helix“ sehr gut angenommen. Zuschauer feuern die Aktiven an. Es geht hoch her. Auch die Raucherecke füllt sich und es wird gerockt, bis es dunkel ist. Zur Abendrunde versammeln wir uns um unser Leuchtfeuer. Als das kleine „Ich bin Ich“ überwindet Svenja eine Identitätskrise und findet erfolgreich zu sich selbst. Gruppenleiter in diversen Tierrollen sind Gesprächspartner und unterstützen sie in diesem Prozess. Es gibt viel Applaus und ein abschließendes Nachtgebet mit Patrick. Gute Nacht. Morgen ist wieder ein Tag. Und was für einer.

Tag 3 – 13.08.2015

Leuchtfeuer 3

Nach Ankunft und Wüstentag nun der erste richtige Tag mit Gruppenprogramm; und das läuft für alle „Neuen“ zur Erklärung so: Die Gruppen verlassen nach der Morgenrunde und anschließendem Frühstück mit der weltbesten Milch auf Erden und einem ungefähren Fettgehalt von ca. 25 Prozent den Hof und steuern verschiedene Orte auf der Insel an wie etwa die Spielwiese, den Waldspielplatz, den Basketballkorb oder die „Robben“. Dort wird in der Regel gespielt, was das Zeug hält. Um den Amelandwortschatz auch hier um einige Begriffe zu erweitern, hauptsächlich wurden die Klassiker „Pott ist weg“, „Capture the flag“ oder „Gefallener Engel“ gespielt. Zudem holten die Gruppen 1und F3 ihren Wüstentag nach und Gruppe 7 und 9 verschönerten ihre Gruppenteilchen mit höchstem, kreativen Know- How- liebe Eltern, das Geld ist gut angelegt.

Zu Mittag gab es ein weiteres Traditionsgericht der Freizeit, dessen Entstehungsgeschichte bestimmt im Jubiläumsbuch nachzulesen ist; halbe Kollegen mit Kartoffeln und Möhrchen/ Erbsengemüse. Und nach flammender Bestätigung ihrer außergewöhnlichen Kochkünste verteilten die Lucies einen durchaus wetterangemessenen Nachtisch: Eis!

Apropos Wetter: Strahlender Sonnenschein mit Temperaturen zwischen 32 Grad gegen Mittag und 15 Grad am Abend. Der Wind blies mäßig bis stark, so dass mancher Teilnehmer, der am Strand war, diesen Besuch mit einer Sandstrahlnaherfahrung verglich.

Nach dem Abendessen wurde das erste Mal der hofeigene Kiosk eröffnet, an dem sich permanent unterzuckerte Teilnehmer über die Freizeit versorgen können. Außerdem fanden die ersten beiden Interessensprogramme statt. So wurde zum Einen das älteste Interessensprogramm- Freundschaftsbändchen knüpfen- der Freizeit angeboten, an dieser Stelle vielen Dank an Christiane Kremer, die es ins Leben rief.

Und da sich auf Ameland bekanntlich Neues und Altes die Klinke in die Hand geben, bot Gabriel 10 Meter weiter erstmalig auf dem Sportplatz ein Impro- Theater an. Die außerordentliche Frequentierung spricht stark für eine Wiederholung.

In der Abendrunde wurde zu guter Letzt noch einmal alles gegeben und unsere Mitte eingeführt, die das Motto der diesjährigen Freizeit „Leuchtfeuer“ aufgreift.

Nun haben wir also einen echten eigenen Vulkan auf dem Hof stehen, der zwar noch relativ einsam auf einer Grünfläche steht aber nach und nach und durch ganz unterschiedliche Menschen und Ideen an Umgebung gewinnen wird und der darauf wartet, seine Kraft und Energie an die Oberfläche zu bringen.

Insgesamt also ein Tag auf Ameland wie er sein soll, nämlich so überwältigend, dass um 22.30 Uhr absolute Ruhe in den Schlafsälen herrschte.

Tag 2 – 12.08.2015

Leuchtfeuer 2

2. Tag, „Wüstentag“. Lange vor dem Wecken stromern erste „Ausgeschlafene“ über den Hof. „Dürfen wir schon spielen?“ Psst, bis zum Wecken leise sein. Den Weckdienst scheinen sich die Hähne der Umgebung gesichert zu haben. Haben die sich organisiert? Haben wir es etwa mit neuen, mafiösen Strukturen zu tun. Sie schreien aus allen Richtungen, einer nach dem anderen. Wer führt das Kommando? Ist es dieser Caruso aus dem Hinterhof? Wie kann man das abstellen? Wollen die Geld? Fragen, die wir sehr bald klären müssen.

Erste Morgenrunde. Das Beispiel der Pinienzapfen sagt: Habt Mut, öffnet Euch. Helft mit, für ein gutes Klima in den Gruppen und auf dem Hof zu sorgen. Nach dem Frühstück verlassen alle Gruppen, ausgerüstet mit Lunchpaketen, Sonnenmilch in Literflaschen und bunten Kopfbedeckungen den Hof, um die Insel zu erobern. Wirklich alle Gruppen? Nein – die Gruppe 1 hat „BVD“ und zusätzlich den Auftrag, den Aufbau zu vervollständigen. Depot, Chillout und Raucherecke werden eingerichtet und die Lichterkette aufgehängt. Vor dem Sportplatz steht jetzt das „Küchenzelt“ als zusätzlicher Raum. Überall werden dekorative Beschriftungen angebracht. Gute Arbeit, Jungs.

Zum Abendessen sind wir wieder alle zusammen. Es gibt Stroganoff, zum Nachtisch Vla. Die Lucies werden gefeiert, dass es kracht. Im Hühnerstall entsteht Unruhe. Tja Leute, dass ist unsere Retourkutsche. In der Abendrunde tauschen wir uns über die erlebten Highlights, die Leuchtfeuer des Tages, aus. Mit „Danke, Herr, für diesen Tag“ klingt unser erster Inseltag aus. Gute Nacht.

Tag 1 – 11.08.2015

Leuchtfeuer 1

Nach einem stimmungsvollen Reisegottesdienst setzten sich unsere 3 Busse in Richtung Ferieninsel in Bewegung. Alles lief gut und schön. Bad Oyenhausen – kein Problem. Raststätte Emsland ruhig und übersichtlich. Baustelle in Holwerd – durchgewunken. So konnten wir tatsächlich eine Stunde früher als geplant mit der Fähre übersetzen. Außer uns nur noch eine Gruppe, Urlaubsstimmung statt drangvoller Enge. Und das Wetter spielt auch mit. Entspannte Wanderung vom Anleger zum Hof in Buren. Der Vortrupp hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Die Schweißperlen sind noch nicht ganz abgetrocknet. Großes Hallo und ein herzliches Willkommen. Jede/r findet ein Bett! Koffer werden hochgewuchtet, Große helfen Kleinen, und irgendwann ist auch das letzte kleine Gepäckstück zugeteilt. Beim Abendbrot gibt es erste Erläuterungen zu den Abläufen, “ bunte Resteplatte“ und Heißwürstchen mit Kartoffelsalat. Es läuft gut an. Die Gruppen erkunden die nähere Umgebung und finden sich am Abend zur ersten Abendrunde am Strand ein. Am Horizont reißen die Wolken auf und die Sonne, die Mutter aller Leuchtfeuer, inszeniert sich mit einem grandiosen Untergang. Der Himmel färbt sich leuchtend orange-gelb bis lila. Was für ein Spektakel, was für ein Willkommensgruß. Wir feiern uns in einem großen Kreis. Mit dem Gospel „Amen“ klingt der Tag aus. Es ist dunkel, als wir den Hof erreichen. Gute Nacht, schlaft gut.

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