Category Archives: Tagebuch 2016

Tag 7 – 30.06.2016

Eine der prägnantesten Eigenschaften der Ameland- Leiterrunden ist bekanntlich die Flexibilität. So muss ich also den Eintrag vom 29.06. etwas korrigieren und nachtragen, dass die Abendrunde dann doch nicht im Esssaal stattgefunden hat. Jungen und Mädchen versammelten sich stattdessen in ihren jeweiligen Schlafsälen. Da auch ich mich an die Regel der getrennten Schlafräume halte, kann ich nur kurz von der Abendrunde der Mädels berichten. Gemütlich auf ihren Betten sitzend, lauschten sie der Geschichte eines Adlers, der trotz Angst und Unsicherheit und nur durch den Glauben eines Freundes seine wahre Bestimmung- das Fliegen- findet. Die Abendrunde schließt mit dem Lied „Von guten Mächten“ und dem Wunsch, ein jeder möge irgendwann einen solchen Freund finden, der die Stärken und Fähigkeiten des anderen erkennt und hilft sie zum Vorschein zu bringen.

Der darauffolgende Tag ist, nun ja, durchwachsen! Ein stetiger Wechsel von Sonne und Starkregen. Das Gruppenprogramm gestalten einige Gruppen mit großangelegten Capture- the- flag- Sessions am Waldspielplatz und endlich gibt es mittags zum Nachtisch Quark. Heute mit Himbeeren!

Nach dem Abendbrot bietet Stefan im kleinen Esssaal einen Einstieg in den Hip- Hop- Tanzstil an. Im großen Esssaal spielen Jonas und Vera Spieleklassiker wie Werwolf, Halli Galli und Monopoly und Nora führt einige Teilnehmerinnen in die hohe Kunst des Freundschaftsbändchenknüpfens ein. In der Abendrunde bekommt unsere Mitte die ersten farblichen Akzente. Jede Gruppe hat ein Flicken gestaltet und berichtet darüber. Vielleicht findet Bene ja auch ein Foto dazu. Dann fängt es wieder an zu nieseln und ich glaube, heute ist jeder froh, wenn er endlich im warmen Schlafsack liegt.

Tag 6 – 29.06.2016

Es ist nicht zu übersehen, dass wir doch schon den sechsten Tag auf dieser Insel sind, die eine überwältigende Spontanität in Sachen Wetterumschwung zu bieten hat. Um kurz vor acht laufen die ersten leicht geschwollenen Augen Richtung Dusche und das erwiderte „Guten Morgen“ hat auch eher den Unterton von einem „Sprich mich nicht an“. Aus diesem Grund ist es Zeit für die „Lok Morten“ und nach guten 10 Minuten in der Morgenrunde haben alle mindestens einmal gelacht, sich von der Stelle bewegt und sind vor allem wach! Auf Nachfrage, was heute den Tag über passiert ist, antwortet mir die neue Freizeitleitung Martin, er habe sein Zimmer aufgeräumt. Die Beförderung in dieses Amt wirkt sich also mehr als positiv auch auf die persönliche Entwicklung aus.

Für eine gute Stunde verschwinden die Gruppen vom Hof, begleitet von gelegentlichen Regengüssen. Nachdem die Verantwortlichen ca. eine halbe Stunde in den Himmel gestarrt haben, wird sich dafür entschieden, den Gottesdienst im Esssaal zu feiern. Ausfall und auf besseres Wetter warten ist angesichts des hohen Besuchs aus Hameln, Pfarrer Joachim Wingert, keine Option- von den unzuverlässigen Wetterprognosen mal ganz abgesehen. Also quetschen sich gut 150 Personen in den überschaubaren Esssaal und feiern einen wirklich ganz hervorragend vorbereiteten Gottesdienst- und in diesem Metier bin ich nun wirklich nicht leicht zu beeindrucken. Miriam hat ganze Arbeit geleistet und die Messe unter das Motto „ Himmel auf Erden“ gestellt, begleitet von einer Musikgruppe, die ebenfalls hohes Potenzial aufweist und auf jeden Fall im Recall ist. Vielleicht sollte eben noch erwähnt werden, dass die Sonne mit leichter Bewölkung während des gesamten Gottesdienstes schien- konnte man gut durch die Fenster sehen….

Mittags gibt es das erste Mal die heißgeliebten „Halben Kollegen“ mit Kartoffeln sowie Erbsen- und Möhrengemüse. Die Lucies geben anschließend die Info heraus, dass 250 Hähnchenschnitzel über die Wupper gegangen sind. Keine ganz schlechte Leistung! Nach einer verkürzten Freiphase gehen alle Gruppen ins Nachmittagsprogramm und erst gegen 17.00 Uhr beginnt es wieder zu nieseln, begleitet durch ordentliche Böen. Nach dem Abendessen gibt es wieder ein Interessensprogramm. Und einige Verwandte dürfen sich in Vorfreude üben, denn Johanna und Elli begleiten im Esssaal einige Teilnehmer, die Postkarten basteln und hoffentlich auch schreiben bzw. verschicken. Während ich hier tippe und Martin auf Rechtschreibung überprüft, nimmt der Wind zu und die vorbildlichen Gruppenleiter bauen prophylaktisch schon mal alle Sonnensegel und Pavillons ab und beobachten kritisch das eigentlich fachmännisch abgespannte Küchenzelt. Mal sehen- die Abendrunde findet auf jeden Fall- ja genau- im Esssaal statt!

Tag 5 – 28.06.2016

Die Morgenrunde beginnt wieder mit einem Ständchen für ein Geburtstagskind, Jana aus Gruppe 5 wird lautstark besungen und beklatscht. Dann betreten die Herzkönigin und der Bauunternehmer Günselsen das Parkett und besprechen den anstehenden Großauftrag für das Wunderland, der unter anderem die Abholzung der Forstbestände und die Errichtung eines Shoppingcenters in Herzoptik vorsieht. Der Hase mit der Uhr, der Hutmacher und Alice entwickeln sofort einen Plan B und verhandeln mit Günselsen den Auftrag auszuschlagen, wenn ihm Beweise  für die Existenz schützenswerter Tiere und Fabelwesen des Waldes vorgelegt werden.  Natürlich können diese Tiere nur mit der Hilfe der Teilnehmer gefunden werden. Alsdann machen sich Groß und Klein  zu Fuß und per Rad nach einem reichhaltigen Frühstück und anschließender Lunchpaketschmierung auf den Weg diese wundersamen Tiere zu finden und Fotopuzzleteile als Beweise zu sammeln.

Und welche wunderbaren Wesen auf dem Deich, an der Halfpipe, am Strand und im kleinen Wäldchen auf die Kinder warten: sämtliche Wunderlandbewohner wie der Schildkrötensupperich, der Märzhase, der Froschlakai, die Haselmaus und die Raupe lassen sich entdecken. Nach vielen kniffeligen Spielen und Aufgaben sind die Fotos der Tiere endlich gesammelt und  Alice und Co. können den Bauunternehmer Günselsen vom Vertragsabschluss mit der Herzkönigin abbringen, die selbstverständlich wenig begeistert ist.

Nach einem warmen Abendessen, Hühnerfrikassee mit Reis, wird dann ein ganz besonderes Highlight der Amelandfreizeit angekündigt und der Esssaal wird sich in den heißesten Dancefloor ever verwandeln. P1 und Megapark können dann erfahrungsgemäß einpacken!

Liebe Leser, ich wünsche Ihnen und euch ebenfalls einen fantastischen Abend und beende den Tagesbericht, denn der Mädchenschlafsaal mit diversen Workshops zu Flechtfrisuren und „Smokey- eyes“ benötigt eventuell noch Unterstützung!

 

Tag 4 – 27.06.2016

Gott sei Dank ist Montag. So können sich alle wieder mit den obligatorischen Chips, Süßigkeiten und Fanta eindecken und in Nes ihr Taschengeld für verschiedenen Firlefanz unter die Leute bringen. Denn heute ist zum ersten Mal Bank. Aber keine Sorge liebe Eltern; unsere ausgebildeten Servicebeauftragten haben die Ausgaben aller Teilnehmer im Blick und bisher musste noch kein Kreditantrag gestellt werden. Wettertechnisch ist der Tag eine Herausforderung für die Regenbekleidung. Bis zum Abend regnet es junge Hunde. Die Gruppe vier lässt sich allerdings nicht abschrecken und absolviert ihre geplante Leuchtturmradtour, hochmotiviert und in kreativer Müllsackoptik!

Heute werden die ersten Interessensprogramme durch unsere Gruppenleiter angeboten. Mittags startet Anne mit „Wir basteln einen Traumfänger- Part I“ und am Abend treffen sich Franzi und Flo mit allen Musikbegeisterten, um den bevorstehenden Gottesdienst musikalisch vorzubereiten. Miriam gibt auf dem Sportplatz einen Yogaeinführungskurs und unter der künstlerischen Leitung von Nora und Jenny werden im Esssaal Jutebeutel bedruckt und bemalt. Diese dürfen selbstverständlich von den Teilnehmern mit nach Hause genommen werden. Denn natürlich leisten auch wir unseren Beitrag Deutschland plastiktütenfrei zu machen…

Der Tag geht bewölkt und recht kühl zu Ende und um kurz nach zwölf höre ich nichts mehr außer dem allgegenwärtigen Inselrauschen und ab und zu einem leisen Kichern aus dem Bungalow!

Tag 3 – 26.06.2016

Man gut, dass wetter.com und auch Benes viel gelobtes  Regenradar ab und zu mal Flexibilität in ihren Prognosen beweisen und sich das Wetter anstelle von „bewölkt und gelegentliche Schauer“ mit „Sonne, fluffige Wolkenfetzen und angenehmer Brise“ präsentierte. So konnte der Tag zwar noch etwas kühl, aber mit einer elektrisierenden  Morgenrunde auf dem Sportplatz starten. Um der Besonderheit des Sonntages auch kulinarisch angemessen zu begegnen, gab es zum Frühstück die allseits geschätzten Frühstückseier von Foppes hochmotivierten und überglücklichen Hühnern. Für die Gruppen 2 bis 8 ging es heute in das erste normale Gruppenprogramm mit Spieleklassikern wie Werwolf, Superklobi und Contacto. Die Gruppe 1, die ja gestern tatkräftig beim Aufbau des Hofes mithalf, holte ihren Wüstentag mit einer Radtour zum Leuchtturm nach. Auch konnten die Gruppen ab heute die Insel mit Fahrrädern erkunden.

Ab 17.30 Uhr stand dann alles im Zeichen der EM. Soll heißen; der Saal wurde zur Public Viewing- Lokalität mit Leinwand umgebaut, Herzen und Flaggen wurden in schwarz, rot, gold auf  Kinderwangen gemalt und auch das normale Abendessen wurde zugunsten der Fußballbegeisterten als Buffet und während der ersten Halbzeit eingenommen. Nachdem dann auch an das Achtelfinale erfolgreich mit einem Haken versehen werden konnte, begegnete uns in der Abendrunde ein sprechender Drache- allerdings noch kahl, weiß und ohne Drachenschnur. Dies wird sich aber in den kommenden zwei Wochen noch ändern, denn alle Anwesenden sind, wie immer, angehalten Ameland 2016 und auch unserer Mitte ihren ganz persönlichen Stempel aufzudrücken.

 

Tag 2 – 25.06.2016

Tagebucheintrag Samstag, 25.06.2016

Der erste richtige Tag auf einer der wundervollsten Inseln der Welt beginnt und wie es sich gehört mit Sonnenschein allererster Klasse. Und das sollte nach Möglichkeit auch so bleiben, denn heute ist Wüstentag angesagt. Dies bedeutet in allerkürzester Form, dass die Gruppen sich einen ganzen Tag auf dem Weg machen, um die Insel aber vor allem auch einander, sprich die anderen Kinder und die Gruppenleiter kennen zu lernen. In der Morgenrunde, in der wir den Tag gemeinsam beginnen, wurde dann bereits das erste Geburtstagskind Laurenz mit Ständchen und bunter Tüte vom Kiosk gefeiert. Nach dem Frühstück wurden eifrig Lunchpakete geschmiert und dann hieß es sammeln und los geht´s. Eine Gruppe machte sich direkt auf den Weg zum Leuchtturm, andere mussten sich in einer Reihe von Aufgaben ihr Gruppenteilchen erspielen. Gegen 17.00 Uhr verließ uns dann das Wetterglück und die Gruppen trudelten in mittelschwerem Nieselregen wieder auf dem Hof ein. Und der war, wie uns bereits in der Morgenrunde angekündigt wurde, nicht mehr wüstengleich und leer, sondern dank Gruppe 1 so wie unser Hof sein soll; mit diversen Plakaten, Bannern und Hinweisschildern versehen, mit eingerichteter Raucherecke, materialbestückter Garage und Chillout und natürlich hängt auch die Lichterkette wieder.

Zum Abendessen gab es Nudeln mit Bolognese- Sauce (ja- für alle Kenner: Stroganoff) und die Lucies, unsere Kochfrauen- und Männer, wurden das erste Mal lautstark besungen und beklatscht. Und wäre ich hier im Bungalowbereich sitze und schreibe, höre ich aus der Raucherecke Gitarrenklänge, ein Cajon und Westerhagens „Ich will zurück auf die Straße!“

Liebe Fangemeinde; gute Nacht, bis morgen- ich muss zurück auf den Hof!

Tag 1 – 24.06.2016

Tagebucheintrag Freitag, 24.06.2016

So; liebe Eltern, liebe Geschwister, Großeltern, Interessierte, Ehemalige und alle, die diesen ersten Eintrag in diesem Moment lesen. Vielen Dank an dieser Stelle erst einmal für die herzliche Verabschiedung mit vielen guten Wünschen für Spaß, tolles Wetter, anhaltende Gesundheit und freie Bahn. Das mit der freien Bahn hat auch bis auf ein kurzes Intermezzo kurz nach Bad Oeynhausen und Dank unseren kompetenten Busfahrer wunderbar geklappt, so dass wir die Fähre nicht, wie eigentlich geplant um 15.30 Uhr, sondern schon um 14.30 Uhr nehmen konnten. Sogar der Bulli, der ebenfalls erst eine Stunde später einen Platz reserviert hatte, konnte sich, dank weiblichen Charmes, als vorletztes Auto auf die 14.30 Uhr- Fähre mogeln.

Nach dem alljährlichen Fußmarsch vom Anleger zum Hof, der obligatorischen Betten- und Kofferverteilung, bei der Kindes einen Schlafplatz und den eigenen Schlafsack ergattern konnte und einem kalten Abendessen mit heißen Würstchen, machten die Gruppen noch einmal auf einen kurzen Rundgang durch das Dorf Buren, um die existenziellen Orte wie die Briefkästen, die Snackbar, den Supermarkt und die Robben kennen zu lernen.

Anschließend trafen sich alle zur ersten gemeinsamen Abendrunde am Strand. Und diejenigen, die wirklich auf die Minute pünktlich eintrafen, wurden mit einem grandiosen Sonnenuntergang begrüßt. In einem großen Kreis wurde jede Gruppe mit einem lautstarken Applaus begrüßt. Schön, dass wir alle heil und gesund hier angekommen sind, auf die kommenden 17 Tage!