Category Archives: Tagebuch 2017

Tag 15 – 07.07.2017

Liebe Tagebuchleser,

der Himmel ist wieder bewölkt und wir sind umso mehr froh, dass wir den tollen Tag gestern am Strand verbracht haben.

Das Gruppenprogramm ist am heutigen Tag geprägt von der Festivalvorbereitung. Die Gruppen überlegen sich zu den zugewiesenen Zauberorten einen Showbeitrag. Schauspiel, Lied, Tanz, Musical, Show… alles ist dabei.

Es gibt, wie für den Freitag üblich, fliegende Fische zum Mittagessen. Die Leiter halten sich ein wenig zurück mit dem Mittagessen und das hat einen guten Grund. Denn in der Freiphase findet das traditionelle Leiter-Teilnehmer Fußballspiel statt. Dieses Mal dürfen die Teilnehmer der Gruppen 1-4 antreten. Ein spannendes, ausgeglichenes Spiel mit immer wechselnder Führung endet schließlich 5-4 für die Teilnehmer.

Am Nachmittag geht es weiter mit der Festivalvorbereitung in den Gruppen.

Am Abend dann das nächste Highlight: Die Abschlussdisco der Ferienfreizeit findet statt. Dort wird auch der Amelandhit des Jahres 2017 gewählt. Despacito von Luis Fonsi. Bei der Wahl gibt es einen spitzen Preis zu gewinnen: Die garantierte Zusage für Ameland 2018. Die Gewinnerin: Chantal aus Gruppe 4! (Hier festgeschrieben, damit wir es im nächsten Jahr nachlesen können).

Abschluss der Disco ist wie immer eine Traumreise. Wieder hat diese Flo vorbereitet, es ist eine Reise durch die vergangenen Tage, Amelanderinnerungen werden auf Fotos angeschaut. So kann jeder in Gedanken seine Highlights der diesjährigen Freizeit Revue passieren lassen.

Hiermit verabschiede ich mich für dieses Jahr von allen. Ich muss leider schon morgen die schöne Insel verlassen. Ich danke allen für die lieben Kommentare, die mich zum Schreiben motiviert haben. Natürlich hat das Programm hier auf der Insel Vorrang, aber ich kann es gut verstehen, dass man daheim gerne zeitnah wissen möchte, was so im Hofleben passiert. Ich freue mich, dass so viele Interessierte im Hintergrund unserer Freizeit mit guten Gedanken und Wünschen dabei sind! Ich hoffe, die Einträge konnten ein wenig wiederspiegeln, was für eine tolle Zeit wir mal wieder hier auf Ameland hatten.

Tschüß – das heißt, bis bald! 🙂

– Miriam

 

 

Tag 14 – 06.07.2017

Liebe Tagebuchleser,

in der Morgenrunde tauchen Harry und Hermine heute wieder auf, begleitet dieses Mal von Dumbledore, der das neue Schuljahr eröffnet. Doch dann erscheint Lucius Malfoy, der verkündet, dass Lord Voldemort Hogwarts mit einem Fluch belegt hat. Die Gruppen (Zauberklassen) bekommen den Auftrag, die verzauberten Personen abzulenken und so das schlimme Ende der Schule abzuwenden! Das also wird übermorgen unser Festival sein!

Die Sonne lacht heute besonders schön für uns. Es ist der sonnigste Tag bisher!

Und deshalb machen wir mit dem  gesamten Lager einen Strandtag. Beim Frühstück werden Lunchpakete geschmiert und alle Gruppen laufen geschlossen zum Strand.

Dort angekommen wird bis ungefähr 16:30 Uhr ausgiebig in der Sonne und im Meer gebadet, die Spikeball Netze bespielt, Sandburgen gebaut, Eis gegessen, gelacht, geschlafen und alles, was eben zu einem schönen Tag am Strand dazu gehört! Eincremen nicht vergessen!

Zurück auf dem Hof wird das Abendessen um eine halbe Stunde vorverlegt. Es gibt ein Traditionsgericht: Bami. Köstlich wie immer!

In der Abendfreiphase gab es dann wieder IPs, vor allem kreativ konnte man sich an diesem Abend austoben: Teelichter gestalten mit Wencke und Helena, Nagelbilder herstellen mit Stefan oder Armbänder aus Eisstielen bekleben mit Theresa und Miri. So eins habe ich mir auch gemacht, richtig schick sehen die aus!

Etwas später bieten Johanna und Nico auf dem Sportplatz spontan eine Aerobic Einheit an. In der Raucherecke ertönt mal wieder schöne Musik, mit Gitarren und Akoustik Instrumenten.

In der Abendrunde singen wir gemütliche Lieder, sitzend auf Teppichfliesen und Isomatten. Heute Abend darf ich mal im Schlafsaal „Harry Potter“ vorlesen. Ein weiterer wunderbarer Tag, der zu Ende geht.

Tag 13 – 05.07.2017

Liebe Tagebuchleser,

jeden morgen, der hier neu beginnt macht mir sehr deutlich bewusst, wie schnell hier auf der Insel die Zeit verfliegt. Können wir die Zeit anhalten, damit wir hier nicht schon in 5 Tagen wieder abreisen müssen, bitte?! Das wäre wirklich wundervoll.

Aber so bleibt mir und uns allen hier nichts übrig, als die verbleibende Zeit umso mehr zu genießen.

So haben sich heute zum Beispiel die Gruppen 3 und 5 dafür entschieden noch eine ganztägige Fahrradtour zu machen. Beide Gruppen tauschten die Fahrräder gegen Tandems und das Ziel war der Leuchtturm. Sie hatten sehr viel Spaß, haben sich dort getroffen und es waren alle ziemlich kaputt, so sagten mir Phil, der von seinem Tag berichtet hat.

Auf dem Hof wurde Mittags von Martin und Morten der Grill angeschmissen. Dafür gab es reichlich Gesang zum Dank.

Ein Interessenprogramm gab es von Gabriel: Er liest in gemütlicher Runde einige Kapitel Harry Potter vor. Das Buch wird in diesem Jahr als „Gute-Nacht-Geschichte“ vorgelesen und damit wir es bis Ende der Freizeit durchgelesen bekommen sollte ein wenig aufgeholt werden. Und ein bisschen Entspannun gtut inzwischen jedem auf dem Hof mal ganz gut.

Nach dem Abendessen wird der Esssaal für kurze Zeit zur Bühne. Ron, Harry und Hermine tauchen auf und freuen sich auf ein neues Schuljahr in Hogwarts. Sie laufen durch die Mauer, zwischen Gleis 9 und 10 und sind dann wieder verschwunden. Nur an unserem Hofkiosk hängt das Schild für Gleis 9 3/4. Was hat es denn damit auf sich?

In der Freiphase freuen sich die Teilnehmer der Gruppen 5-9. Die Leiter „Bluebears“ fordern zum Trainingsspiel. Jasper als Trainer der jüngeren Teilnehmer leistet ganze Arbeit. Nach regulärer Spielzeit steht es 2:2. Ein Elfmeterschießen steht an und die ganze Sache wird sehr ernst genommen. Schließlich konnte der überragende Phil „Walze“ Greguric im Tor der Bluebears nichts mehr gegen die Nachwuchsstars ausrichten. Die Teilnehmer gewinnen das Elfmeterschießen mit 3:1. Es fließen sogar ein paar Freudentränen.

In der Abendrunde sammeln wir „Marmeladenglasmomente“. Wie Vera und Miri uns erklären sind das schöne Erinnerungen, die man einfach in ein Marmeladenglas stecken kann und dann wieder ansehen, wenn es einem mal schlecht geht. Für einige ist sicherlich ein Erlebnis des heutigen Tages so ein Marmeladenglasmoment. Oder auch eins aus den vergangenen 13 Tagen. Ich könnte jedenfalls sehr viele Zettel an diesem Abend beschreiben und gehe sehr stark davon aus, dass das nicht nur mir so geht.

Tag 12 – 04.07.2017

Liebe Tagebuchleser,

es ist wieder ein sonniger Morgen auf unserer schönen Insel und heute haben die Gruppenleiter der Gruppen 7 und 9 ihren freien Tag. Daher springen Christopher, Jonas und ich ein um mit diesen Gruppen den Tag zu gestalten.

Christopher und ich gehen mit der Gruppe 9 zum „geheimen“ Sportplatz. Neben Fußball spielen wir einige kleine Spielrunden, Alaska, „Zeichen weiter geben“, ein Rätselspiel. Eine gute Mischung zwischen Bewegung und ruhigeren Spielen.

Mittags reist eine neue Lucie an, Marianne Niepelt verstärkt das Küchenteam in der verbleibenden Zeit. Außerdem haben wir Gäste aus Hameln: Dechant Wingert und Pater Jojo sind zu uns gekommen, um uns Grüße aus Hameln und den katholischen Gemeinden zu überbringen und mit uns am Nachmittag einen Gottesdienst zu feiern.

Daher ist das Gruppenprogramm am Nachmittag verkürzt, die Gruppen bereiten für den Gottesdienst je eine Fürbitte vor und um 16 Uhr  sammeln sich alle wieder auf dem gestalteten Hof.

Vor der Wäscheleine ist im Hintergrund ein bunter Fallschirm gespannt, ein Tisch aus der Küche wurde mit weißen Bettlaken zum Altar umfunktioniert. Das Thema des Gottesdienste ist, passend zum Motto, „Schattenspringer“. Die Bibelstelle, die der Spiri-AK zu diesem Thema ausgewählt hat, ist das Gleichnis vom „verlorenen Sohn“. Dieser muss über seinen Schatten springen, um sich zu trauen, zu seinem Vater zurückzukehren und um Verzeihung zu bitten.

Einen großen Schattenspringer hat Miri PB auf ein Holzbrett aus Foppes Verschlag gemalt. Die Gruppenleiterinnen verteilen weiße Zettel und die Kinder können darüber nachdenken, in welchen Situationen sie selbst schon Mal über ihren Schatten gesprungen sind. „Als ich einen Fehler gemacht habe und ihn zugegeben habe“, „mich zu trauen, jemanden um Hilfe zu bitten“ und „das erste Mal nach Ameland zu fahren“, steht zum Beispiel auf den Zetteln.

Besonders schön war mal wieder eine richtig tolle Musik-Combo, die den Gottesdienst musikalisch für uns begleitet. Und auch „Laudato Si“ ist natürlich wieder dabei. „Hallelujah“, „one of us“ und „so ist Versöhnung“ sind weitere, stimmungsvolle Lieder, die zu einem richtig tollen Gottesdienst beitragen.

Der Tag wird dann mit einem gemütlichen Essen draußen gekrönt. Kurz verdunkeln Wolken den Himmel und es tröpfelt leicht. Kurzerhand wird ein Sonnentanz aufgeführt, erst von ein paar  Gruppenleitern, dann auch von Teilnehmern. Und siehe da, der Regen bleibt aus, und wir können den großen Hof als Esssaal unter freiem Himmel nutzen. Alle Freunde und Bekannten der Freizeit, die zeitgleich mit uns auf der Insel sind wurden wie jedes Jahr zu unserem Gottesdienst eingeladen und blieben auch zum Abendbrot. Dort erhielten sie einen Einblick, wie bei uns so eine Mahlzeit abläuft. Wenn zum Beispiel das Brot leer ist, muss man den leeren Brotkorb hochhalten und es kommt jemand vorbei, der diesen auffüllt.

Am Abend in der Abendrunde von Jonas, die das Thema Schatten nochmals aufgreift, wird ein neuer Lagersong vorgestellt und gesunden. Von Schattenspringern und Sonnentänzern – nach Musik und Text von Gabriel, der den Song an seinem freien Tag für uns geschrieben hat. Das ist Ameland.

 

 

 

Tag 11 – 03.07.2017

Revolution!

Es folgt ein Bericht der Gruppe 1:

Der Tag begann wie fast jeder normale Tag auf Ameland.
Für die Geburtstagskinder standen bereits zwei Stühle bereit, von denen jedoch nur der eine von Theo besetzt wurde, während Fabian aus Gruppe 1 kurioserweise nicht zur Morgenrunde erschien. Nachdem das Lied „Vergiss es nie“ gesungen worden war, wurden die Teilnehmer und Leiter plötzlich von Swiper, dem Fuchs aus der Kinderserie „Dora the Explorer“ überrascht, der kurzerhand die Leiter entführte. Die Hilfe in Form von Dora mit ihrem Team kam leider etwas zu spät, so dass diese die Teilnehmer um Unterstützung bat, die Leiter wieder zu befreien.
Für die erfahrenen unter den Teilnehmern war jetzt klar: Es ist Revolution, was heißt, dass der Hof einen Tang lang von der ältesten Gruppe geleitet wird.

Nach dem Frühstück hatten die Teilnehmer deswegen die Aufgabe, in durchmischten Gruppen (Familien) Hindernisse auf dem Hof zu überwinden.
Bei Map, der Karte, mussten sie beispielsweise eine möglichst detailreich Karte Amelands erstellen, während die Aufgabe bei Dora war, einen Tanz zu erfinden.

Nach dem Mittagessen, das ebenfalls von Gruppe 1 gekocht wurde, und einer kurzen Freiphase ging es mit dem Nachmittagsprogramm weiter.
Um Swiper davon zu überzeugen, die Leiter wieder freizulassen, überlegte sich nun jede Gruppe einen besonderen Gegenstand, den sie ihm zum Tausch geben wollten. Viele Gruppen dachten dabei an eine Füchsin für ihn, andere wollten ihn z.B. mit einer neuen Maske oder einem Einhorn überzeugen.

Der nächste Schritt war es nun, Swiper zu finden. Deswegen machte sich das gesamte Lager auf den Weg zum Waldspielplatz, wo sie die armen, der Freiheit beraubten Leiter entdeckten. Hier begann das Tauschgeschäft mit Swiper.
Jede Gruppe stellte ihren Tanz und ihren Gegenstand vor, so dass nach und nach immer mehr Leiter befreit werden konnten.

Auch die Leiter hatten sich in ihrer Gefangenschaft etwas überlegt, um Swiper zu beeindrucken, so dass mit ihrem selbst geschriebenen Lied auch der letzte Leiter befreit werden konnte.

Nach einem gemeinsamen Abschlusstanz zu „A,E,I,O,U – Kika Tanzalarm“ machten sich schließlich sowohl Teilnehmer als auch Leiter auf den Heimweg zum Hof, wo der Tag von da an wie gewohnt mit Abendessen, Freiphase und Abendrunde geschlossen wurde.

 

Tag 10 – 02.07.2017

Liebe Tagebuchleser,

die Sonne kommt wieder raus! Ich freue mich!
Ich war heute als Springerin mit der Gruppe 1 unterwegs. wir haben ein paar Dinge vorbereitet, von denen noch niemand wissen darf, die aber morgen dann für einigen Trubel sorgen werden…

Da Sonntag ist gibt es mittags wieder Klöße, die in Handarbeit von den Lucies und dem BVD, der Gruppe 4 für uns gerollt wurden. Dieses Mal gibt es dazu Gulasch. Kurzerhand haben Flo und Daniel das Lied aus der verlängerten Abendrunde in ein Tischgebet umgedichtet. „Salam, es gibt Gulasch, Salam…“ – das kam sehr gut an und bürgert sich vielleicht ein.

Bei der Bank erlebe ich einen riesigen Ansturm. Das letzte Geld, dass noch von zuhause im Portemonnaie war, ist nun aufgebraucht und da die Mitte der Freizeit erreicht ist wird so einiges benötigt.

Am Mittag sind wir dann zum Neser See gegangen und haben es uns auf der Burg auf der kleinen Insel gemütlich gemacht. Einige von uns haben das Spiel „Möllky“ mit Jonas ausprobiert, ein paar sind mit „Cross Boccia“ um den See gewandert und ein paar sind mit mir in der Burg geblieben und wir haben uns an einem Rätselspiel versucht und die Sonne genossen. Ein entspannter Nachmittag, denn morgen werden die Kräfte der Gruppe eins noch gebraucht!

Als IPs findet abends Yoga mit Flo und mir in einer kleinen Runde statt und mit Louis kann man sich beim Flagrugby auspowern.

In der Abendrunde stellen Wencke und Helena einen Text von Julia Engelmann vor. Die Poetry Slammerin schreibt in diesem Text, wie wichtig es ist mutig zu sein, Entscheidungen für sich selbst zu treffen und sich auszuprobieren. Genau das richtige, was man sich für die zweite Hälfte der Amelandfreizeit vornehmen kann!

Tag 9 – 01.07.2017

Liebe Tagebuchleser,

es ist 7:45 Uhr, die Musik in den Schlafsälen geht an und der Tag beginntür die Teilnehmer mit dem Wecken. 7:52 Uhr: ein kurzes Knacken, ein Rauschen. Die Musik geht aus und im Jungenschlafsaal auch das Licht. Was war denn das? Etwa ein Stromausfall? Kurz darauf kommen einige Bauarbeiter in die Schlafsäle und kleben Warnschilder an Steckdosen und Lichtschalter: „Hochspannung, nicht benutzen“, oder „Außer Betrieb“. Dies sorgt schon ein wenig für Verwirrung, die Bauarbeiter sehen Phil, Morten, Christoph und Theresa aber ziemlich ähnlich…

In der Morgenrunde stehen Anne, mit halb geföhnten, halb nassen Haaren und Jonas mit zur Hälfte rasiertem Bart und beschweren sich über den Stromausfall bei Bene. Der ruft natürlich zugleich den lokalen Elektobetrieb: „Schneelektro“. Die Ursache ist schnell gefunden: die Festplatte des Molenaarhofs scheint nicht mehr zu funktionieren. Die Gruppenleiter, verkleidet als unterschiedlichen Stromquellen, versuchen das Problem zu lösen – ohne Erfolg. Die Solarzellen haben keine Sonne, die Kerzen gehen im Wind aus, die Hochspannungsleitung hängt schlapp herunter, die Powerbank ist nicht aufgeladen und der Blitz wird vom Blitzableiter umgelenkt. Die Schneelektrikerin bekommt einen Einfall: Der „Jumper“ (Gabriel) muss helfen. Er bemerkt, dass alle Daten der Festplatte gelöscht wurden und diese erst wieder aufgespielt werden müssen.

So beginnt ein Projekttag für die Kinder. Sie können unter anderem beim Brot backen, Beauty und Wellness, dem Walmuseum in Nes, Gesellschaftsspiel, Action im Freien, oder in einer Talentschmiede die Daten sammeln, die durch den Stromausfall verloren gingen.

In der Abschlussshow wird die Festplatte mit Daten gefüttert, also die einzelnen Projekte von ihrem Tag berichten und ein Symbol des Projektes auf der Festplatte speichern.

Einige Projekte haben auch Darbietungen eingeübt. Das Flaschenorchester spielt unter der Anleitung von Flo und Miri PB einen Auszug aus dem „Hedwig Theme“ von Harry Potter vor.
Da in diesem Jahr Janek als einziger Vertreter des legendären Ameländer Männerballetts dabei ist, lernt er die neue Generation (Gruppe 1) in einem ganztägigen Projekt an. Sowas von sehenswert!
Beide Projekte versprechen einen erneuten Auftritt im weiteren Verlauf der Ferienfreizeit. Ich freue mich schon darauf.

Den Abschluss bildete ein beeindruckendes Kipp-Roll-Fall-Spektakel. Im Mädchenschlafsaal wurde über den Tag verteilt von einer der Projektgruppen alles aufgebaut was umkippen, rollen oder umfallen kann und so eine lange Kettenreaktion auslöst. Durch diese Startreaktion wird dann endlich die Stromversorgung wieder hergestellt und im Esssaal können Anne und Jonas, nun fertig gestylt, in der bereits erwähnten Hofdisko abtanzen. Flo beendet diesen schönen und ereignisreichen Tag mit einer beruhigenden, meditativen Traumreise und alle gehen glücklich in ihre Betten.

 

Tag 8 – 30.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

Heute wird von Gruppe 4 die erste lange Fahrradtour gestartet. Es geht zum Leuchtturm, ausgestattet mit Regenhosen und Regenjacken. Für mich ist es die Gelegenheit dieses schöne Bauwerk das erste Mal dieses Jahr zu besuchen. Zusammen mit Martin packe ich den Bulli mit fliegenden Fischen, Kartoffelbrei und Möhrensalat voll und unterm Leuchtturm wieder aus. Der Nieselregen wird beim leckeren Essen einfach ignoriert, der Blick entschädigt alles.

Ab Mittags nimmt der Regen wieder ordentlich Fahrt auf. Benes Worte: „Ab morgen wird Sommer“. Na, ich bin ja mal gespannt.

Gruppe 1 schützt sich im Gruppenprogramm mit einer Höhle aus Jurte-Planen auf dem Waldspielplatz vor Regen.

Die IPs heute bieten mal wieder ordentlich Abwechslung. Zum einen kann man seine Fingerfertigkeit bei Origami mit Flo und Christopher schulen.

Außerdem hält am Abend „Bingo“die Stimmung trotz Regenwetter hoch. Zeremonienmeister Janek und Glücksfee Morten sind mit mindestens 30 motivierten Bingospielern über eine Stunde dabei. Es gibt sogar tolle Sachpreise zu gewinnen!

Die Abendrunde findet wegen des Regens auch heute im Esssaal statt. Unsere Mitte, das große Geschichtenbuch, wird mit Schnappschüssen aus dem Gruppenprogramm gefüllt. Anne, Helena und Jenny leiten durch die Abendrunde und Miriam PB, die heute ihren wohlverdienten freien Tag genießt, hat in der Vorbereitung mitgeholfen. Daniel hat den ganzen Abend mit dem Drucker gekämpft und schließlich gewonnen, so dass auch wirklich die meisten Fotos von den Gruppen in der Abendrunde auf einer Buchseite gelandet sind.

An dieser Stelle entschuldige ich mich für die Verspätung dieses Tagebucheintrages. Ich kann sie natürlich immer erst am folgenden Tag schreiben und der heutige war bisher sehr sehr ereignisreich. Aber dazu dann morgen mehr. Jetzt muss ich auch direkt wieder los, die Disco öffnet ihre Türen, die Musik schallt bereits hier in den Bungalow herüber und da muss ich natürlich unbedingt dabei sein! Let’s Dance.

 

 

 

 

Tag 7 – 29.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

Heute war es bewölkt mit kurzen Schauern aber zum absolut kein Vergleich zu gestern. So kann zumindest ein Teil der nassen Kleidung antrocknen! Einen kleinen Einblick ins Gruppenprogramm gibt es heute von Gruppe 3:  am kleinen Spielplatz haben sie sich in Gruppenzusammenhalt und Kooperation geübt. Bei dem Spiel muss ein Turm aus Holzklötzen aufstellen werden, ohne dass diese mit den Händen angefasst werden dürfen. Jeder hat ein Seil in der Hand und alle müssen beteiligt werden, um die Holzklötze zu bewegen.

Am Mittag kündigt Flo an, dass am Abend die Abendrunde bereits um 21:00 Uhr beginnt. In den letzten Jahren hat sich für uns die verlängerte Abendrunde zu einem festen Bestandteil in der spirituellen Untermalung der Freizeit entwickelt. Sie ist unsere Version eines Wortgottesdienstes. In diesem Jahr ist das Thema ein ganz besonderes: eine Zeitkapsel für das Jahr 2027 soll in der Abendrunde gefüllt werden. Dafür werden in der Mittagsfreiphase IPs angeboten. Es gibt eine Musikgruppe, die Lieder für den Abend einübt und mit Instrumenten begleitet. Außerdem gibt es ein kreatives IP, dass sich um die äußere Gestaltung der Holzkiste kümmert, als Zeitkapsel dienen wird.

Wer sich richtig auspowern wollte konnte mit Vera und Jenny das „Chaosspiel“ auf dem Hof spielen.

Nach dem Abendessen ist „Mölkky“, das Holzspiel von Jonas mitgebraucht fertiggestellt und wird von den Erbauern fleißig ausprobiert.

Am Abend sammeln wir uns dann alle in dem wunderschön hergerichtete Esssaal mit Teppichfließen, unserem Geschichtenbuch und Teelichtern in der Mitte. Alle sitzen im Kreis. Flo hat diese Abendrunde gestaltet und ein neues Lied mitgebracht. Mit dem Gruß „Salam Mevlana“,  werden alle Gruppen, Lucies und Freilei singend in diesem Wortgottesdienst begrüßt. Jede Gruppe hatte im Gruppenprogramm etwas  gestaltet, was sie der Amelandfreizeit 2027 überliefern möchten. Viele Fotos und Briefe sind dabei, aber auch kreative Dinge aufgrund des begrenzten Platzes z.B. in einer Streichholzschachtel ein auffaltbarer Brief oder ein Gedicht. Von der Leiterrunde wurden Kraniche gefaltet, die für Glück, Frieden und ein langes Leben (der Amelandfreizeit) stehen. Unsere guten Wünsche für die Freizeit stehen auf dem Origamipapier, dass dafür genutzt wurde. Die Lucies legen ihren von Martin ausgearbeiteten Zeitplan hinein, in dem auch die Freiphasen für sie geplant sind, damit nachfolgende Lucie-Generationen ihre Zeit auf Ameland, diesem schönen Fleckchen Erde, genießen können.

Neben den Überlieferungen an die nächste Generation steht die Abendrunde unter dem Motto „Ich wünsch mir eine Welt“. Jeder hat die Möglichkeit seine persönlichen Wünsche für die Zukunft aufzuschreiben und besonders auch Wünsche für die zukünftige Welt. Zur Inspiration wird gesungen. Imagine von John Lennon mit musikalischer Untermalung der Musikgruppe. In den Gesang hinein wird die deutsche Übersetzung vorgelesen. Gänsehaut. Viele Kinder haben ihre Wünsche für diese Welt auch laut vorgelesen. Respekt, Frieden und eine Welt ohne Hass sind nur ein paar der überwältigend schön formulierten Wünsche. Ich bin völlig berührt davon, wie tiefgehend diese Wünsche sind und wie stark das Bedürfnis insbesondere der kleinen Kinder, diese Wünsche nicht nur in die Zeitkapsel zu legen, sondern auch dies laut im Saal vor zu lesen.

Ich hoffe sehr, dass es im Jahr 2027 diese wundervolle Ferienfreizeit noch gibt und die Zeitkapsel geöffnet wird und viel Freude und Motivation für die Freizeit hervorruft und einige der schönen Wünsche in Erfüllung gehen.

 

Tag 6 – 28.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

heute regnet es. Wie aus Eimern. Wie hieß es in den letzten Jahren?! 52 Liter pro Quadratmeter? Mindestens…

Am Vormittag machen sich alle Gruppen auf nach Nes. Ja, richtig. ALLE Gruppen. Das habe ich in all den Jahren auch noch nie erlebt – ein Ausflug nach Nes mit dem gesamten Lager. Nur die Gruppe 6 war konnte nicht dabei ein – Sie hatten BVD und haben für uns den Hof auf Vordermann gebracht.

Warum ging es nach Nes? Naja, dort kann man neben Postkarten auch im größten Supermarkt der Insel so einige tolle Sachen einkaufen und sein Taschengeld auf den Kopf hauen. Und die Geschäfte und Cafés bieten natürlich guten Schutz vor dem Regen. Nachdem sich Miri PB eine Regenhose gekauft hatte sorgte sie zusammen mit Gabriel und einigen Teilnehmern für Stimmung. „Im singing in the rain“ wird gesungen und getanzt. Dies erntet auch von den anderen Café-Besuchern Applaus. Der Regentanz hat geholfen, der Rückweg aus Nes ist zum Glück einigermaßen trocken.

Während des Mittagessens (Hühnerfrikassee mit Reis) beginnt der heftige Platzregen dann erneut. Das führte dazu, dass im kleinen Esssaal von den Gruppen 1 und 2 der Hit „durch den Monsun“ angestimmt wird. Da der große Esssaal dies nicht gehört hat kommt kurzerhand die Idee: Nach dem Ende des Essens ziehen die beiden ältesten Gruppen mit der oben genannten Hymne durch den Regen in den großen Esssaal ein und singen in Dauerschleife. Im wahrsten Sinne des Wortes wird eine Polonaise-Kette in der Mitte des Saals gemacht und gesungen. Dann stimmen die beiden Gruppen die Lucie-Rufe an den Tischen der jüngeren Gruppen mit an. Die 7 Lucies wurden so laut gefeiert wie noch nie in diesem Jahr –sogar Foppe, der von dem Klopfen und Klatschen angelockt wurde, streckte kurz den Kopf durch die Tür, um zu schauen was da bei uns los ist.

Für das Nachmittagsprogramm rüsten sich alle mit Regenjacken, Regenhosen und Gummistiefeln aus, obwohl es kurz mal trocken ist. Diese Vorbereitungen sollten sich aber noch bezahlt machen. Ab etwa 17:20 Uhr kommt noch einmal alles vom Himmel herunter was geht. Der Platzregen lässt eine Lichterkette über dem Hof abstürzen; ein Leck in der Regenrinne sorgt für eine kleine Überschwemmung im Schlafsaal der großen Jungs, der liebevoll Muff-Kabuff genannt wird. Ausnahmslos sind wir alle bis auf die Knochen nass. Selbst die besten Regenjacken und brandneuen Regenhosen, die morgens noch in Nes erstanden wurden, können zum Teil nichts mehr gegen die Ameländer Himmelsdusche ausrichten. Einige ganz mutige Jungs nutzen den Regen tatsächlich als Dusche und haben ihren Spaß. Das muss man wirklich positiv hervorheben – obwohl alle regennass und triefend aus dem Gruppenprogramm zurückkommen tut dies der guten Laune keinen Abbruch. Überall sieht man lachende Gesichter und gesungen wird auch.

Die IPs finden abends dann im Esssaal statt. Speed-Stacking (Becherstapeln auf Zeit), Postkarten basteln, Mandalas malen, Freundschaftsbändchen knüpfen und Gesellschaftsspiele.

Am Abend ist es zur Abendrunde trocken, so dass diese wieder draußen auf dem Hof stattfinden kann. Etwas Gutes haben die Wolken: Es ist um 22 Uhr schon etwas dunkler und so kommen die Lichtkreationen der Mitte und die bunte Lichterkette auf dem Hof heute mal richtig zur Geltung (zumindest der Teil der Lichterkette, der nicht dem Regen zum Opfer gefallen war). Theresa erzählt von der großen grünen Meeresschildkröte, die die Kraft der Wellen für sich nutzt um möglichste effizient zu schwimmen. Passend dazu wird das Lied „Strandgut“ gesungen – ein wundervoller Abschluss des Tages.