Tag 19 – 29.08.2015

Leuchtfeuer 19

Der LKW ist da, heute ist Packtag! Das Chaos hat einen neuen Namen. Es ist wie in jedem Jahr: Sammelstellen für Fundsachen quellen über, Koffer lassen sich merkwürdig leicht schließen – was stinkt da nicht? Was brauche ich am Abfahrtstag? Wem gehört die blaue Jacke? Wo ist Bene?

Svenja und Bene stehen wie Felsen in der Brandung und rufen Kommandos in den Wind. Gruppen werden zum Duschen geschickt. 1 und 2  helfen beladen und packen. Garage und Chillout werden auf- und ausgeräumt, die Anlage von Müllresten befreit. Die Lucies räumen die Küche auf, es gibt noch einmal „Bank“ und Unterschriftenlisten müssen ausgefüllt werden. Alles läuft glatt. So weit waren wir im letzten Jahr um diese Zeit noch nicht.

Mittags  die Ankündigung für den finalen Knaller: Leuchtturmwanderung! Svenja raschelt mit der Milchreispackung. Um 15.30 Uhr sammeln sich alle Gruppen am Burener Strandaufgang. Das Wetter ist sehr angenehm. Am Strand steht ein Trecker mit zwei Anhängern! Ist der etwa für uns? Jubel: Es gibt eine Treckerfahrt zum Leuchtturm.  Wir warten noch auf den zweiten Trecker, und ab geht es in Richtung Westende. Hoher Spaßfaktor, wie erwartet; mancher Blick schweift mit ein wenig Wehmut über Strand und Meer, es ist unsere Abschiedstour. Augen schließen, Wind genießen, Möwen kreischen, einige sch…auen ganz verwundert auf den bunten Lindwurm, der sich da in Richtung Hollum schlängelt.

Am Leuchtturm heißt es anstellen für Milchreis und Brote. Die Trecker sind leer zurückgefahren! Heißt es jetzt doch noch Langstreckenwandern? Svenja kündigt eine Überraschung in Ballum an. Die Wanderer erblicken schon von weitem ein Lagerfeuer am Strand. Es bildet sich ein großer Sitzkreis und wir erleben zwei romantische Stunden mit Liedern und Geschichten. Wie bestellt, färbt sich der Himmel im Westen in den bunten Farben der untergehenden Sonne, und im Osten geht über dem Dünenrand riesengroß der Vollmond auf. Es erklingen die „Feuerlieder“, gemeinsam und Solo vorgetragen, und sorgen für einen besonderen Gänsehautmoment. Besser und unserem Motto gerechter kann man einen letzten Abend nicht erleben. Das Lagerfeuer haben wir organisiert, das kosmische Schauspiel war ein himmlisches Abschiedsgeschenk. So seh‘ ich das.

Als die Dunkelheit heraufzieht, werden wir von einem Bus abgeholt. Die F3 beschließt spontan, noch am Lagerfeuer zu bleiben. Auf dem Hof gibt es noch eine kleine Abendrunde mit einem Segensgebet, das als Inschrift auf kleinen bunten Bändchen verteilt wird. Wir reichen einander die Hand: Gute Nacht.
Matthias