Tag 2 – 24.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

der erste ganze Tag auf Ameland beginnt für einige schon recht früh. Schon vor dem offiziellen Wecken um 7:45 Uhr sind neben den Lucies, die fleißig das Frühstück vorbereiten, auch schon in den Waschräumen die ersten Frühaufsteher unterwegs. Ich gehe ja stark davon aus, dass sich das in den nächsten Tagen ändern wird…

Beim Frühstück werden Lunchpakete geschmiert, denn der 1. Tag auf der Insel ist für die Gruppen 2-9 traditionell „Wüstentag“. Die Gruppen verlassen um 10:00 Uhr den Hof und verbringen den ganzen Tag zusammen um sich kennen zu lernen und die Insel zu erkunden. Das hat natürlich auch rein praktische Gründe. Die Gruppe 1, Springer und Freizeitleitung sind in dieser Zeit damit beschäftigt, den Hof aufzubauen, Material zu sortieren und organisieren, Lichterketten aufzuhängen, Sitzgelegenheiten herzurichten, und und und. Sogar die Fahrräder sind am Abend bereits auf den Hof eingezogen und können ab morgen mit der hofeigenen „Checkkarte“ ausgeliehen werden.

In der Zwischenzeit wird mir berichtet, dass auf der ganzen Insel verteilt in den Gruppen Spiele wie der „Gordische Knoten“, „Lappen Schnappen“, „Kontakto“ und viele andere das erste Mal ausprobiert wurden. Flo und Christopher verließen den Hof sogar verkleidet – eine Geschichte über die Reise in andere Kulturen begleitet die Gruppe 8 durch ihren Tag.

Zurück auf dem Hof sehe Ich doch tatsächlich ein paar erste rötlich leuchtende Gesichter. Obwohl der Nieselregen sich auch heute durch den Tag zog gab es Mittags, zur Freude von allen, ein paar sonnige Momente! Die Inselsonne darf man nicht unterschätzen und neben der Regenjacke sollte auch die Sonnencreme immer griffbereit im Rucksack sein.

Abends gibt es Nudeln mit Stroganoff – der ameländer Name für Bolognese Sauce. Nach dem langen Tag haben alle viel Hunger und die 7 Lucies werden nach dem Essen mit frenetischem Applaus gefeiert! Zum Nachtisch gibt es Eis. Es hat allen sehr gut geschmeckt.

In der ersten Freiphase sehe ich den einen oder die andere dennoch mit einem Softeis oder der beliebten Portion Presspommes von „Fettfinger“ – dem liebevollen Spitznamen für die Snackbar gegenüber vom Hof.

Da es nun schon wieder nieselt und regnet ist die Raucherecke an diesem Abend ein beliebter Aufenthaltsort. Dort schützt das Dach vor dem Regen und Gitarrenklänge und Gesang schallen über den Hof. Von „1000 und einer Nacht“ über „Im Wagen vor mir“ bis zur „Vogelhochzeit“ ist schon am ersten Abend alles dabei.

Auch in der Garage, dem Aufenthaltsort für die Teilnehmer, können ab jetzt Gesellschaftsspiele, Bälle und Bastelutensilien genutzt werden. Hier ist man auch gut gegen den wieder einsetzenden Nieselregen geschützt.

Viele trotzen aber auch dem Regen. Die Regenjacke ist bisher das wichtigste Kleidungsstück. Rundlauf an der Tischtennisplatte ist an diesem Abend ganz hoch im Kurs. Die Platte wird kurzerhand mit einem Abzieher von Wasser befreit, der sonst für die Reinigung der Duschen vorgesehen ist.

Der Abend endet mit einer Abendrunde auf dem Hof – kurz vorher kommt nochmal ein doller Schauer runter und pünktlich zur Abendrunde ist es trocken.

Danach ist Bettruhe für die Gruppen 9-3. Im Schlafsaal lesen Theresa und Helena bei den Mädchen und Sunshine und Morten bei den Jungs Harry Potter zum Einschlafen vor. Die Gruppen 1 und 2 dürfen noch etwas länger wach bleiben und machen sich um kurz vor 12 leise auf den Weg in ihre Betten. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.