Tag 6 – 16.08.2015

Leuchtfeuer 6

Obwohl heute Sonntag ist, haben wir Mistwetter, ein echter Regentag. Laut Wetter-App wird sich das jedoch bald wieder ändern. Wir nehmen es daher gelassen. In der Morgenrunde fehlen einige Neuleiter, und auch Robin, der mit Jenny das Lied von den „Lokomos“ anstimmt, wirkt ein bisschen unfrisch. Das hat sicher nichts mit dem Wetter zu tun, das sind eher die Nachwirkungen einer langen und ereignisreichen Wanderung zu einer ungewöhnlichen Zeit von einem ungewöhnlichen Ort. Wenn man sonst nichts auszusetzen hat…!

Nach dem Frühstück zeigt uns Jana im Esssaal wie auf einem Catwalk ange­passte Regenkleidung. Dann verschwinden alle ins Gruppenprogramm. Am Vormittag marschiert eine Reihe finster dreinblickender, schwarzer Hühner über den Hof! Was hat das zu bedeuten? Werden etwa erste Forderungen gestellt? Oder gibt es ein Friedensangebot? Wie können wir kommunizieren. Wer deutet uns den Kot, äh, den Code? Doch so plötzlich, wie sie aufgetaucht sind, sind sie auch wieder verschwunden. Ein Einschüchterungsversuch? Die frühmorgend­lichen Krähattacken halten in unverminderter Lautstärke an. In der Wahl der Uhrzeit scheint es jedoch ein wenig Bewegung zu geben. Wir werden die Angelegenheit im Auge und natürlich in den Ohren behalten.

Das Gulasch auf Klößen an Rotkohl lässt zumindest in unseren Herzen kurzfristig die Sonne aufgehen. Wir sind so was von satt, das vom Quark mit Kirschen tatsächlich hier und da etwas übrig bleibt. Donnernder Applaus für die Lucies, den „Starköchen auch ohne Stern“, wie Gruppe 2 gedichtet hat.

Die Gruppe 3 bereitet am Nachmittag eine verlängerte Abendrunde zum Thema „Verantwortung“ vor, mit der der Sonntag sehr stimmungsvoll ausklingt. „Wenn einer alleine träumt …“ singen wir in harmonischer Esssaalrunde. War wieder sehr schön heute. Gute Nacht.