Tag 6 – 28.06.2017

Liebe Tagebuchleser,

heute regnet es. Wie aus Eimern. Wie hieß es in den letzten Jahren?! 52 Liter pro Quadratmeter? Mindestens…

Am Vormittag machen sich alle Gruppen auf nach Nes. Ja, richtig. ALLE Gruppen. Das habe ich in all den Jahren auch noch nie erlebt – ein Ausflug nach Nes mit dem gesamten Lager. Nur die Gruppe 6 war konnte nicht dabei ein – Sie hatten BVD und haben für uns den Hof auf Vordermann gebracht.

Warum ging es nach Nes? Naja, dort kann man neben Postkarten auch im größten Supermarkt der Insel so einige tolle Sachen einkaufen und sein Taschengeld auf den Kopf hauen. Und die Geschäfte und Cafés bieten natürlich guten Schutz vor dem Regen. Nachdem sich Miri PB eine Regenhose gekauft hatte sorgte sie zusammen mit Gabriel und einigen Teilnehmern für Stimmung. „Im singing in the rain“ wird gesungen und getanzt. Dies erntet auch von den anderen Café-Besuchern Applaus. Der Regentanz hat geholfen, der Rückweg aus Nes ist zum Glück einigermaßen trocken.

Während des Mittagessens (Hühnerfrikassee mit Reis) beginnt der heftige Platzregen dann erneut. Das führte dazu, dass im kleinen Esssaal von den Gruppen 1 und 2 der Hit „durch den Monsun“ angestimmt wird. Da der große Esssaal dies nicht gehört hat kommt kurzerhand die Idee: Nach dem Ende des Essens ziehen die beiden ältesten Gruppen mit der oben genannten Hymne durch den Regen in den großen Esssaal ein und singen in Dauerschleife. Im wahrsten Sinne des Wortes wird eine Polonaise-Kette in der Mitte des Saals gemacht und gesungen. Dann stimmen die beiden Gruppen die Lucie-Rufe an den Tischen der jüngeren Gruppen mit an. Die 7 Lucies wurden so laut gefeiert wie noch nie in diesem Jahr –sogar Foppe, der von dem Klopfen und Klatschen angelockt wurde, streckte kurz den Kopf durch die Tür, um zu schauen was da bei uns los ist.

Für das Nachmittagsprogramm rüsten sich alle mit Regenjacken, Regenhosen und Gummistiefeln aus, obwohl es kurz mal trocken ist. Diese Vorbereitungen sollten sich aber noch bezahlt machen. Ab etwa 17:20 Uhr kommt noch einmal alles vom Himmel herunter was geht. Der Platzregen lässt eine Lichterkette über dem Hof abstürzen; ein Leck in der Regenrinne sorgt für eine kleine Überschwemmung im Schlafsaal der großen Jungs, der liebevoll Muff-Kabuff genannt wird. Ausnahmslos sind wir alle bis auf die Knochen nass. Selbst die besten Regenjacken und brandneuen Regenhosen, die morgens noch in Nes erstanden wurden, können zum Teil nichts mehr gegen die Ameländer Himmelsdusche ausrichten. Einige ganz mutige Jungs nutzen den Regen tatsächlich als Dusche und haben ihren Spaß. Das muss man wirklich positiv hervorheben – obwohl alle regennass und triefend aus dem Gruppenprogramm zurückkommen tut dies der guten Laune keinen Abbruch. Überall sieht man lachende Gesichter und gesungen wird auch.

Die IPs finden abends dann im Esssaal statt. Speed-Stacking (Becherstapeln auf Zeit), Postkarten basteln, Mandalas malen, Freundschaftsbändchen knüpfen und Gesellschaftsspiele.

Am Abend ist es zur Abendrunde trocken, so dass diese wieder draußen auf dem Hof stattfinden kann. Etwas Gutes haben die Wolken: Es ist um 22 Uhr schon etwas dunkler und so kommen die Lichtkreationen der Mitte und die bunte Lichterkette auf dem Hof heute mal richtig zur Geltung (zumindest der Teil der Lichterkette, der nicht dem Regen zum Opfer gefallen war). Theresa erzählt von der großen grünen Meeresschildkröte, die die Kraft der Wellen für sich nutzt um möglichste effizient zu schwimmen. Passend dazu wird das Lied „Strandgut“ gesungen – ein wundervoller Abschluss des Tages.