Tag 6 – 29.06.2016

Es ist nicht zu übersehen, dass wir doch schon den sechsten Tag auf dieser Insel sind, die eine überwältigende Spontanität in Sachen Wetterumschwung zu bieten hat. Um kurz vor acht laufen die ersten leicht geschwollenen Augen Richtung Dusche und das erwiderte „Guten Morgen“ hat auch eher den Unterton von einem „Sprich mich nicht an“. Aus diesem Grund ist es Zeit für die „Lok Morten“ und nach guten 10 Minuten in der Morgenrunde haben alle mindestens einmal gelacht, sich von der Stelle bewegt und sind vor allem wach! Auf Nachfrage, was heute den Tag über passiert ist, antwortet mir die neue Freizeitleitung Martin, er habe sein Zimmer aufgeräumt. Die Beförderung in dieses Amt wirkt sich also mehr als positiv auch auf die persönliche Entwicklung aus.

Für eine gute Stunde verschwinden die Gruppen vom Hof, begleitet von gelegentlichen Regengüssen. Nachdem die Verantwortlichen ca. eine halbe Stunde in den Himmel gestarrt haben, wird sich dafür entschieden, den Gottesdienst im Esssaal zu feiern. Ausfall und auf besseres Wetter warten ist angesichts des hohen Besuchs aus Hameln, Pfarrer Joachim Wingert, keine Option- von den unzuverlässigen Wetterprognosen mal ganz abgesehen. Also quetschen sich gut 150 Personen in den überschaubaren Esssaal und feiern einen wirklich ganz hervorragend vorbereiteten Gottesdienst- und in diesem Metier bin ich nun wirklich nicht leicht zu beeindrucken. Miriam hat ganze Arbeit geleistet und die Messe unter das Motto „ Himmel auf Erden“ gestellt, begleitet von einer Musikgruppe, die ebenfalls hohes Potenzial aufweist und auf jeden Fall im Recall ist. Vielleicht sollte eben noch erwähnt werden, dass die Sonne mit leichter Bewölkung während des gesamten Gottesdienstes schien- konnte man gut durch die Fenster sehen….

Mittags gibt es das erste Mal die heißgeliebten „Halben Kollegen“ mit Kartoffeln sowie Erbsen- und Möhrengemüse. Die Lucies geben anschließend die Info heraus, dass 250 Hähnchenschnitzel über die Wupper gegangen sind. Keine ganz schlechte Leistung! Nach einer verkürzten Freiphase gehen alle Gruppen ins Nachmittagsprogramm und erst gegen 17.00 Uhr beginnt es wieder zu nieseln, begleitet durch ordentliche Böen. Nach dem Abendessen gibt es wieder ein Interessensprogramm. Und einige Verwandte dürfen sich in Vorfreude üben, denn Johanna und Elli begleiten im Esssaal einige Teilnehmer, die Postkarten basteln und hoffentlich auch schreiben bzw. verschicken. Während ich hier tippe und Martin auf Rechtschreibung überprüft, nimmt der Wind zu und die vorbildlichen Gruppenleiter bauen prophylaktisch schon mal alle Sonnensegel und Pavillons ab und beobachten kritisch das eigentlich fachmännisch abgespannte Küchenzelt. Mal sehen- die Abendrunde findet auf jeden Fall- ja genau- im Esssaal statt!