Tag 7 – 17.08.2015

Leuchtfeuer 7

Der Morgen begann wie der vorherige Abend aufgehört hatte- mit Regen! Ordentlich viel Regen und wir knüpften outfittechnisch nahtlos an 2014 an; Regenhosen, Regenjacken, Schirme und Gummistiefel wurden aus den Koffern gekramt und an der ein oder anderen Stelle doch recht widerwillig aufgetragen- insbesondere beim Rundlauf ist ein Leiter, der auf unpassende Kleidung hinweist doch eher lästig. Doch ist es unter Anderem ein erklärtes Ziel der Leiterrunde 2015, den momentanen Krankenstand zu halten. Dieser liegt aktuell bei 0,0 Prozent.

Und wir wären ja auch nicht seit 50 Jahren so erfolgreich, wenn wir uns von 52 Litern pro Quadratmeter einschüchtern ließen, also fand auch ganz normales bis außergewöhnliches Gruppenprogramm statt.

Gruppe 7 erkundete die Insel mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sprich mit dem Bus. Gruppe 9 und 6 besuchten das äußerst großzügige und geräumige Schwimmbad mit jeweils einer öffentlichen Dusche, dem Spaßfaktor tat dies allerdings keinen Abbruch.

Einen ganz besonderen Tag hatte die Gruppe 8, die mit 15 Teilnehmern und drei Leitern unsere Größte ist. Gut eingepackt und mit Lunchpaketen ausgestattet, machten sich alle mit den Fahrrädern auf den Weg nach Hollum- Distanz 11,57 km. Nach einer Pause zwischen Ballum und Hollum war eine anderthalbstündige Wattwanderung angesagt mit Muschel- und Seegrasessen, Feuer machen und Löffler anschauen inklusive (Definition bitte im Ornithologenhandbuch nachschlagen).

Für die anderen Gruppen gab es ein „normales“ Mittagsessen auf dem Hof. Auf dem Speiseplan stand, wetterangemessen, Suppe mit Fleischklößchen, Karotten und Kartoffeln. Als Nachtisch kredenzte die Küche VLA! Nachdem auch die Gruppe 8 nach einem anstrengenden Rückweg mit nochmals knapp 12 km und diversen Litern von oben wieder auf den Hof einkehrte, gab es zum Abendbrot neben der üblichen Aufschnitt- und Brotauswahl auch noch Restsuppe und als wärmende Kakaoalternative heiße Brühe. In der anschließenden Freiphase wurde das Interessensprogramm „Leuchttürme basteln“ fortgeführt- die Ergebnisse sind durchweg als Kunstobjekte zu betrachten und wertzuschätzen. Auch gab das Wetter die Möglichkeit das hochfrequentierte IP „Bingo mit Franzi und Patrick“ im Esssaal anzubieten,- mit wiederholtem Erfolg und vielen Bingos und Preisen. Gesang und Musik in der Raucherecke fand selbstverständlich wie immer mit großem Publikum statt.

In der Abendrunde, die in den Esssaal verlegt wurde, kündigte ein kleiner Drache namens Grizzu seiner Mutter zum wiederholten Male an, dass er Feuerwehrmann werden wolle. Aber ein Drache, der Feuer löscht, anstatt es selbst zu speien? – Nein, so Mama Drache, das ginge nun wirklich nicht. Darüber war Grizzu sehr traurig. Nach vielem Hin-und Herüberlegen kam Mama Drache auf den Gedanken, dass der Wunsch des kleinen Grizzu, auch wenn er sehr ungewöhnlich sei, den kleinen Drachen doch glücklich machen könnte und das wünsche sie sich ja eigentlich für ihr Drachenkind.

Und geht es nicht sowieso darum, dass Kinder in erster Linie glücklich sind und ihren eigenen Träumen nachjagen sollten, statt sich den Vorstellungen und Wünschen von anderen zu beugen? Vielleicht bieten sich ja auch für uns die nächsten 12 Tage Möglichkeiten und Gelegenheiten dazu, Wünsche auszuleben und Dinge zu tun, die weder gefordert noch erwartet werden.